Hürther TauschbörseAuf der Suche nach alten Pflanzenarten

Sibille Schubert-Bönniger im Gartenglück - Sie liebt Mangold.
Copyright: Elke Petrasch-Brucher
Hürth – Bernd Weber aus Hürth hat ein spezielles Hobby. Er züchtet in seinem Garten Tomatenpflanzen. Nicht irgendwelche, sondern die mexikanische Honigtomate, grüne Tomaten und jede Menge Überraschungstomaten.
Einige davon hatte er mitgebracht zur Pflanzentauschbörse in den riesigen verwunschenen Biogarten der Ökoinitiative Zum Komarhof mit den summenden Bienenstöcken, dem Gewächshaus und der Hängematte zwischen den riesigen Bäumen.

Dieter Krauhs (rechts) ist Samenexperte, er war lange auf der Suche nach der Tomatenpflanze König Humbert.
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Die ersten Abnehmer fanden sich sofort, Tomatenpflanzen stehen hoch im Kurs. „Wir züchten hier selbst über 30 Tomatensorten“, sagte Rolf Meier von der Ökoinitiative. „Aber auch über 40 Bohnensorten im Gewächshaus. Es geht uns hauptsächlich darum, regionale Sorten zu vermehren.“
Hürther Initiative hat schon 70 Mitgleider
Die Ökoinitiative ist aus der Agenda Hürth entstanden und gehört zum Hürther Bürgernetzwerk. Gemeinsam setzen sich die Mitglieder unter anderem für Natur im Garten, Samentauschbörsen und für Kinder-Gärten ein. „Letzten Herbst haben wir uns gegründet und heute sind wir schon 70 ehrenamtliche Mitarbeiter“, freut sich Inge Kürten-Noack.
Die vielen Besucherinnen und Besucher der Börse freuten sich mit ihr. „Oh, da ist ja Mangold“, rief Sibille Schubert-Bönninger aus Hürth-Hermülheim. „Ich esse so gerne Gemüse, am liebsten Bohnen und Mangold.“
Wer wie sie keine Tauschpflanzen dabei hatte, konnte die Pflänzchen, Samen, Knollen und Zwiebeln gegen eine kleine Spende mitnehmen. Und wer genau hinschaute, konnte kleine Schätze und Kurioses finden. Tabakpflanzen, Pimpinellen oder Tomaten, die Königin der Nacht oder rote Birne heißen.
Alte Pflanzensorten lassen sich nachziehen
„Ich habe hier König Humbert wiedergefunden“, freute sich der Kerpener Dieter Krauhs. „Eine 100 Jahre alte Tomatensorte, nach der habe ich lange gesucht.“
Der Samenexperte erklärte den Vorteil alter Sorten: „Die alten Sorten kann man im Gegensatz zu den neuen, den Hybriden, wie man sie im Gartencenter kriegt, nachziehen. Bei den Hybriden gelingt das nicht, und wenn, schmecken sie nach nichts.“
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Wie die Früchte der getauschten Pflanzen schmecken, wird sich im Sommer zeigen. Eines stehe aber heute schon fest, sagte Meier „Die Pflanzentauschbörse war toll. Das machen wir nächstes Jahr im Mai wieder.“



