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„Leinen los“ bei Rhenania HürthShanty-Chor enterte endlich wieder die Bühne

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Der Hürther Shanty-Chor Rhenania freute sich über den ersten Auftritt vor Publikum.

Hürth-Stotzheim – Sie konnten endlich mal wieder musikalisch die Anker lichten – die Mitglieder des Shanty-Chors Rhenania. Wie froh sie darüber waren, das erzählten der Vorsitzende Manfred Cordes und Chorleiterin Christine Maubach den Zuhörern im gut besuchten Saal der Stotzheimer Gaststätte „Op d’r Eck“ nur zu gern. „Wir haben eine sehr schwierige Zeit hinter uns. Elf Monate konnten wir nicht proben, uns nicht treffen“, so die Chorleiterin.

Damit der Kontakt nicht vollkommen abriss, nutzte man das Internet, unterhielt sich am traditionellen Donnerstag, dem Probenabend, bei Zoom-Konferenzen, bei denen auch schon mal ein Liedchen angestimmt wurde. „Das war für manche Mitglieder nicht so einfach mit der modernen Technik“, so Cordes. Schließlich ist der Jüngste Mitte 60 und der älteste Sänger bereits 87 Jahre alt. Bis auf zwei der zwölf aktiven Sänger machten aber alle mit.

Hürther Sänger mit Paddeln vor der Videokamera

Bevor der Chor die Bühne eroberte, gab es noch ein kurzes Video. Die Sänger hatten den beliebten Popsong „Wellerman“ auf Deutsch einstudiert, einzeln eingesungen und dann auf dem Hof des Vorsitzenden vor der Videokamera mit Paddeln und anderen Requisiten das Musikvideo komplettiert. Natürlich alles unter hygienischen Vorgaben.

Seit Juni traf man sich wieder, um nicht nur das Video, sondern auch das Konzertprogramm einzustudieren. Und so startete der Chor mit dem Friedenslied, ließ die kleine Möwe nach Helgoland fliegen und besang den bekannten Hamburger Veermaster.

Vom Hürther Quartett-Verein zum Shanty-Chor

Natürlich gab es nicht nur die beliebten und bekannten Melodien von der Waterkant zu hören. Auch Stücke von Santiano wie „Leinen los“ oder die Caprifischer standen auf dem Programmzettel der Sänger, die in diesem Jahr eigentlich auf ein 150-jähriges Bestehen als Gesangsverein zurückblicken können. Denn die eigentliche Wiege der Shantys ist der „Quartett Verein Rhenania Hürth von 1870“. Vor nunmehr 21 Jahren ging der auf Seemannslieder spezialisierte Chor daraus hervor, trat vielmehr dessen Nachfolge an. Denn der Männergesangverein mit dem klassischen vielstimmigen Liedrepertoire war wegen des geschlossenen Abgangs der Tenöre damals nicht mehr zu halten, wie es in der Chronik vermerkt ist.

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Auch wenn damals einige der Sänger mit dem Begriff der Shantys nichtviel anfangen konnten, die Entscheidung war richtig, der zumeist einstimmige Gesang fand Anklang, nicht nur bei den Akteuren. Auch im Saal der Gaststätte „Op d“r Eck“ in Stotzheim wurden die Beiträge kräftig beklatscht, und bei manchen Liedern, wurde auch schon mal im Publikum leise mitgesungen. Wer Interesse hat, sich beim Shanty-Chor Rhenania einzubringen, kann zu einer der Proben kommen, die donnerstags um 19 Uhr in der Musikschule Auftakt, Weierstraße 4, in Alt-Hürth stattfinden.