Die Geflüchteten leben dort, wie die Bezirksregierung erklärt, nur etwa zwei bis vier Wochen, bis sie in eine ZUE kommen.
Unterkunft für GeflüchteteErstaufnahme-Einrichtung statt ZUE in Kerpen geplant

Die Unterkunft soll an der Humboldtstraße/Ecke Heidefließ gebaut werden (Archivfoto).
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Statt einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) soll in Kerpen nun eine Erstaufnahme-Einrichtung für Geflüchtete entstehen. Das teilt die Bezirksregierung Köln mit. Wie die Stadt Kerpen bestätigt, hätten sich die Pläne, dort eine ZUE zu errichten, kürzlich geändert. Weitere Auskünfte will die Stadtverwaltung hierzu nicht geben und verweist auf die Bezirksregierung.
Der Unterschied zwischen einer ZUE und einer Erstaufnahme-Einrichtung besteht vor allem darin, wann und wie lange die geflüchteten Menschen dort leben. Die Bezirksregierung Köln teilt auf der Homepage mit: „Zu den Landesunterkünften zählen die Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE), in denen die Unterbringung nach der Ankunft in NRW erfolgt, die Registrierung als Flüchtling durchgeführt wird und medizinische Untersuchungen sowie Impfungen vorgenommen werden. Hier erhalten die Flüchtlinge auch die Gelegenheit, das Asylverfahren einzuleiten beziehungsweise einen formalen Asylantrag zu stellen.“
Kerpen: Tiefbauarbeiten starten in der neunten Kalenderwoche
Die Geflüchteten leben dort, wie die Bezirksregierung erklärt, nur etwa zwei bis vier Wochen, bis sie in eine ZUE kommen. Die anschließende Unterbringung und Betreuungsarbeit bis zur Verlegung in eine kommunale Einrichtung fänden dagegen in den ZUE statt.
Die Größenplanung für die Anlage bleibt bestehen. Weiterhin sollen an der Humboldtstraße/Ecke Heidefließ 700 Geflüchtete Platz finden. Die Tiefbauarbeiten für die Einrichtung in Kerpen starten laut Bezirksregierung in der Woche zwischen dem 23. Februar und 1. März. Die Behörde rechnet mit dem Abschluss der Arbeiten im Jahr 2027. Auf Anfrage der Redaktion im Januar hatte die Bezirksregierung noch angegeben, man rechne mit einer Inbetriebnahme der ZUE-Landesunterkunft im vierten Quartal 2026.
Auf die Nachfrage der Redaktion, was der Grund für die Änderung der Art der Einrichtung ist, bleibt die Bezirksregierung vage. Es handele sich um einen regulären Prozess, „dass Einrichtungen vom Netz gehen, während neue Standorte in das System aufgenommen werden“. Auch geht ein Sprecher nicht darauf ein, ob sinkende Flüchtlingszahlen bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Er teilt lediglich mit, das „Aufnahmesystem für Asylsuchende“ sei ein „atmendes System“ mit festen Prozessen und etablierten Standards, das zugleich flexibel genug sei, „um auf mögliche Veränderungen in der Migrationslage reagieren zu können“.
Ende des vergangenen Jahres war zudem publik geworden, dass auch die Pläne für eine ZUE in Frechen-Königsdorf gekippt waren. Die Landesregierung hatte eine Aufnahme-Einrichtung für bis zu 300 Menschen angekündigt, war dann aber davon abgerückt. Als Gründe zitierte die Verwaltung zum damaligen Zeitpunkt fehlende finanzielle Mittel und rückläufige Zahlen Geflüchteter. Nun könnte auf dem Gelände eine städtische Unterkunft mit rund 150 Plätzen entstehen.

