Nach 17 Jahren am Gymnasium in Lindlar im Oberbergischen Kreis wollte der zweifache Vater ein neues Schulsystem kennenlernen.
NeuanfangHarm Meiners leitet das Abtei-Gymnasium Brauweiler - Immer neue Anforderungen

Kunst und Kultur haben am AGB einen hohen Stellenwert, betont Harm Meiners. Das Bild „Stranger Things in Brauweiler“ hat der Kunst-Leistungskurs Q1 gemacht.
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Harm Meiners fühlt sich sichtlich wohl an seinem neuen Arbeitsplatz. Am 1. Dezember 2025 hat der 49-Jährige die Schulleiterstelle am Abtei-Gymnasium Brauweiler (AGB) angetreten. „Es geht mir sehr gut, ich habe mich gut eingelebt, weil es mir auch sehr leicht gemacht wurde“, sagte der zweifache Vater in einem sehr lockeren Gespräch in seinem Büro an der Kastanienallee.
Er sei sehr herzlich von der Schulgemeinde aufgenommen worden, bekomme viel Unterstützung von den Kolleginnen und Kollegen. „Man nimmt mich gut mit. Dafür bin ich sehr dankbar, denn das ist keineswegs selbstverständlich.“ Momentan ist Harm Meiners damit beschäftigt, nach und nach die 90 Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen.
Pulheim: Tägliche Kennenlerntermine
Das werde sicherlich noch ein bisschen dauern, da es tagesaktuelle Dinge gebe, die dringlich seien und erledigt werden müssten. Dennoch versuche er, Zeit für tägliche Kennenlerntermine zu finden, um sich ein Bild davon zu machen, wie es bislang an der Schule war und welche Wünsche und Erwartungen das Kollegium hat.
Auch in den Unterricht ist der Physik- und Musiklehrer nun, mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres, eingebunden. „Heute (20. Februar) habe ich angefangen zu unterrichten, sodass ich jetzt auch die Schülerinnen und Schüler besser kennenlerne.“ Mit der Schülervertretung sei er schon einige Male in Kontakt gewesen, Aschermittwoch habe er sich der gesamten Schülerschaft vorgestellt.
Das ist ein sehr interessantes Konzept
„Ich glaube, das war ein schönes Erlebnis und dass wir ein bisschen ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt haben.“ Das AGB hat Harm Meiners, der 2023 mit seiner Familie von Köln nach Pulheim gezogen ist, schon länger im Blick. Um sich ein Bild zu machen von der Schullandschaft im Stadtgebiet. „Ich war schon mal auf der Website des AGB, bevor ich darüber nachgedacht habe, hier zu arbeiten.“
Von Anfang an habe ihn das Konzept der Vielseitigkeit fasziniert mit den großen Schwerpunkten Kultur, Sport, Erasmus und Sprachen, auch im MINT-Bereich (steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) habe das AGB einiges zu bieten. „Die Schülerinnen und Schüler haben hier vielfältige Möglichkeiten, sich über den normalen Unterricht hinaus zu engagieren, ihren Interessen nachzugehen. Das ist ein sehr interessantes Konzept.“
Neues Schulkonzept
Der ausschlaggebende Grund, sich auf die vakante Stelle zu bewerben, war dieser: Nach 17 Jahren am Gymnasium in Lindlar im Oberbergischen Kreis, wo Harm Meiners sein Referendariat absolviert und zuletzt stellvertretender Schulleiter war, war es Zeit für einen Neuanfang. „Nach so vielen Jahren habe ich einen Drang verspürt, noch einmal ein ganz anderes Schulsystem kennenzulernen, zu durchdringen.“
Als er erfahren habe, dass sein Vorgänger Martin Sina nach Erftstadt wechsele, habe er sich auf die Schulleiterstelle am ABG beworben. Und was reizt Harm Meiners an dem neuen Job? „Es reizt mich, mich mit dem neuen Kollegium, den Schülerinnen und Schülern, auch mit den Eltern auf den Weg zu machen. Schule ist immer in Bewegung. Das liegt daran, dass von außen immer neue Anforderungen kommen und sich die Schülerschaft in ihrer Heterogenität verändert, auch am Gymnasium, insbesondere in den Eingangsklassen.“
Beispielhaft nennt Harm Meiners die Grundlagen in Sachen Deutschkenntnisse, Rechtschreibung und Ausdrucksvermögen. Darauf müsse Schule reagieren. „Wir sind ein Gymnasium, wir wollen zum Abitur, das ist unser Ziel. Wir müssen Wege finden, mit dieser Heterogenität umzugehen. Das ist ein spannender Prozess, das ist nicht einfach, aber ich freue mich darauf.“
Seit Jahren nimmt das AGB erfolgreich am Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“ teil. Liv Döding aus der 9b ist am 25. März bei der Qualifizierung fürs Landesfinale in Bochum dabei. „Ich freue mich sehr über den Stellenwert, den die Debattenkultur hier hat. Debattieren ist ein sehr wichtiges Merkmal der Demokratie, wenn man nicht debatteren kann, kann man Demokratie nicht leben. Es tut unserer Schule, aber auch der Gesellschaft gut, wenn junge Menschen heranwachsen, die die Demokratie verteidigen können.“

