Die Spritpreise haben mit dem Iran-Krieg kräftig zugelegt, das merken auch die Tankstellenpächter an Rhein und Erft
Rhein-Erft-KreisKunden machen den Tank nicht mehr voll

Seit dem Krieg im Nahen Osten sind die Benzinpreis rapide gestiegen.
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„Die meisten Kunden wissen schon aus den Nachrichten über die hohen Spritpreise bescheid“, sagt Andreas Schmitz. Diskussionen mit den Kunden über die hohen Preise gebe es kaum. „Ich habe den Eindruck, dass die meisten Verbraucher, was den Spritpreis betrifft, inzwischen sogar richtig hart im Nehmen sind“, meint er. Schmitz weiß, wovon er spricht. Seit 23 Jahren arbeitet er an der Tankstelle auf der Römerstraße, inzwischen leitet er die „Freie Tankstelle Brühl“ (FTB). Konzerne steuern die PreiseIn diesen mehr als zwei Jahrzehnten hat er schon eine ganze Menge erlebt. „Zehn Jahre ist es her, da hat der Liter Diesel noch nicht einmal einen Euro gekostet“, erinnert er sich.

Auch an der "Freien Tankstelle Brühl" auf der Römerstraße in Brühl ändern sich die Preise für den Liter Kraftstoff mehrmals täglich.
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Als Chef hält er natürlich die aktuellen Preis-Kapriolen ganz genau im Auge. „Einfluss auf die Preise für die verschiedenen Treibstoffe habe ich aber nicht“, erklärt er. Das werde vom Konzern gesteuert. Aktuell änderten sich die Preise allerdings zwischen 15 bis 20 Mal am Tag. Dabei schwanken seinen Beobachtungen zufolge die Preise pro Änderungen um ein bis drei Cent.
Die Zahl der Kunden ist konstant
„Es würde mich auch nicht wundern, wenn wir bald sogar die 2,20 Euro pro Liter Super knacken“, meint er. Gleichwohl sei die Zahl der Kundinnen und Kunden, die täglich bei ihm zum Tanken kommen, bisher relativ konstant. „Aber das Tankverhalten hat sich schon geändert“, merkt er an.

Ali Acar (l.) arbeitet bei an der Oil Tankstelle in Wesseling. Er hat schon einige Höhenflüge von Sprit-Preise erlebt.
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„Die Kunden tanken weniger – mitunter sogar nur für zehn oder 20 Euro in der Hoffnung, dass die Preise bald wieder sinken werden“, erklärt der Tankstellenbetreiber. Genau diese Beobachtung macht auch Ali Acar, der die Oil-Tankstelle in Wesseling an der Hubertusstraße betreibt. Doch nicht ausschließlich: „Einige Kunden kommen auch ganz bewusst – sogar mit noch halbvollem Tank und füllen ihn noch einmal bis zum Anschlag auf“, erklärt er. Die Autofahrerinnen und Autofahrer hätten die Sorge, dass der Sprit in den nächsten Tagen noch viel teurer werden könnte. Wie schnell sich beim Tanken auch echtes Geld sparen lässt, zeigte die Anzeige an seiner Tankstelle am Dienstagmorgen.
Lag der Preis am Morgen zunächst pro Liter Diesel bei 1,93 Euro – sank er am Vormittag auf 1,89 Euro. Richtig wütend sei ihm jedoch trotz den unvorhersehbaren Preisen bisher noch kein Kunde gegenübergetreten. „Aber ich habe gesehen, dass einige Kunden schon beim Blick auf die Tanksäule geflucht haben“, berichtet er. Andere ertragen die hohen Preise mit einer Art schwarzen Humor. Sie sagen: „Ist doch egal wie teuer der Sprit ist, ich tanke nach wie vor einfach weiter für 50 Euro.“

