Regelmäßig aus Serbien eingereistTäter muss nach 47 Einbrüchen in fünf Jahren in Haft

Nach mehreren Einbrüchen in Bonn und im Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreis wurde jetzt ein Mann zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. (Symbolbild)
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Bonn/Rhein-Erft-Kreis – Wenn die Tage kürzer wurden und die Dunkelheit seinen kriminellen Job erleichterte, reiste ein serbischer Einbrecher regelmäßig nach Deutschland ein. Fünf Winter lang war der Familienvater seit 2014 in den Raum Bonn gekommen, um in leerstehende Einfamilienhäuser im Rhein-Sieg-Kreis oder auch im Rhein-Erft-Kreis einzusteigen.
Lange kamen die Ermittler dem Mann nicht auf die Spur, der seine Arbeit professionell abwickelte, gezielt nach Schmuck, Uhren oder Geld suchte und keinerlei Verwüstungen hinterließ. Erst als der 46-Jährige zum Jahreswechsel 2019/20 seinen Tatort nach Berlin verlegte, geriet er ins Visier der Fahnder. Und schließlich auch wegen 47 Wohnungseinbrüchen vor das Bonner Landgericht.
Bonn/Rhein-Erft-Kreis: Täter zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt
Die 3. Große Strafkammer habe den Mann jetzt wegen schweren Einbruchsdiebstahls in 22 Fällen zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt, teilte Gerichtssprecherin Patricia Meyer mit. Im Urteil einbezogen ist eine Haftstrafe des Landgerichts Berlin, das den Familienvater bereits im Juni 2020 verurteilt hatte.
Durch DNA-Abgleich konnte die Spur des Einbrechers auch nach Bonn und in die Region verfolgt werden. Im Bonner Prozess hatte der Angeklagte alle erfolgreichen Einbrüche gestanden; Das Verfahren zu 17 weiteren Versuchen wurde eingestellt, auch aus prozessökonomischen Gründen.
Hürtherin muss tagelang im Krankenhaus behandelt werden
Den größten Schaden erlitten hatte eine 64-jährige Hürtherin. Der Angeklagte hatte ihren Familienschmuck im Wert von mehr als 11.000 Euro mitgehen lassen, darunter auch besondere Stücke. Mehrere Tage wurde die Frau nach dem Schock im Krankenhaus behandelt.
Die Taten des Einbrechers seien wegen der unauffälligen Art besonders unheimlich gewesen, berichteten andere Geschädigte, denn die Einbrüche seien – obwohl der Täter klassisch Terrassentüren oder Fenster aufhebelte – nicht sofort erkennbar gewesen. Ein 47-Jähriger aus Siegburg gestand, dass er nach dem Einbruch sechs Monate nicht mehr in seiner Wohnung habe schlafen können und schließlich umgezogen sei. Insgesamt machte der Angeklagte eine Beute von 57.000 Euro.
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Der 46-Jährige ist auch in Serbien einschlägig vorbestraft: 2003 war er zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Da es ihm nach seiner Haftentlassung nicht gelang, wieder eine solide Arbeit zu finden – immerhin hatte der Angeklagte mal einen Fachhochschulabschluss mit Schwerpunkt Wirtschaft erlangt –, verließ er sich auf das Einbrechen.



