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Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung1. FC Köln nimmt am Unfall auf A555 beteiligte Spieler aus dem Training

Lesezeit 4 Minuten
Ein schwer beschädigtes Auto steht auf der Autobahn 555.

Bei einem Unfall auf der A555 bei Wesseling sind zwei Personen ums Leben gekommen.

In der Nacht zum Samstag sind bei einem Unfall auf der A555 zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Identität der Toten ist weiterhin unklar.

Nach dem tödlichen Unfall auf der A555 bei Wesseling in der Nacht zum 2. Dezember hat die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen aufgenommen. Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und Teilnahme an einem verbotenen Autorennen. Tatverdächtig sind ein 20-jähriger Audi-Fahrer und ein ebenfalls 20-jähriger Fahrer eines Mercedes.

Beide kennen sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft vom Fußball und beide waren in den schrecklichen Unfall involviert, bei dem in der Nacht zu Samstag eine Frau und ein Mann in ihrem Polo auf der A555 nur wenige Hundert Meter hinter der Anschlussstelle Wesseling verbrannt sind. Der Polo ist laut Polizei im Märkischen Kreis gemeldet.

Identität der Toten nach Unfall auf A555 weiter unklar

Wie Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montagmittag mitteilte, hat die Polizei zur Aufklärung des Falles eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. „Derzeit werden Zeugen vernommen, Mobiltelefone und Unfallspuren ausgewertet“, so Bremer. Ein Unfallrekonstruktionsgutachten sei zudem in Auftrag gegeben worden. Die Führerscheine der beiden jungen Autofahrer wurden sichergestellt.

„Das Hauptaugenmerk liegt momentan jedoch auf der zweifelsfreien Identifizierung der beiden in dem ausgebrannten Fahrzeug aufgefunden Leichname“, so Bremer weiter. Die Staatsanwaltschaft habe deren Obduktion in Auftrag gegeben und in diesem Zusammenhang um DNA-Abgleiche gebeten.

Zwei der Beteiligten sind Nachwuchsspieler des 1. FC Köln

Die jeweils 20-jährigen Fahrer und ihre Beifahrer wurden von der Polizei bereits an der Unfallstelle zu den Geschehnissen befragt. Der Mercedesfahrer soll zunächst geflüchtet sein, habe sich aber später bei der Polizei gemeldet. Bei dem Unfall erlitten sie und ihre Beifahrer leichte Verletzungen. Einer der Beteiligten musste nach dem Unfall auch im Krankenhaus weiterbehandelt werden.

In den nächsten Tagen dürften sie auch Post von der Oberstaatsanwaltschaft bekommen und zu weiteren Vernehmungen ins Polizeipräsidium gebeten werden.

Bei zwei der Insassen handelt es sich um Nachwuchsspieler der U21-Mannschaft des 1. FC Köln. Das bestätigte auch der 1. FC Köln: „Wir wurden über den Unfall informiert und, dass Spieler aus dem Nachwuchs des 1. FC Köln beteiligt waren.“ Derzeit stünden die Spieler unter Schock.

1. FC Köln befreit Unfallbeteiligte von Trainings- und Spielbetrieb

Am Dienstag teilt der 1. FC Köln mit, dass der Verein die beiden Unfallbeteiligten, um seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, bis auf Weiteres vom Trainings- und Spielbetrieb befreit und ihnen weitergehende Unterstützung angeboten habe. „Für beide Spieler gilt zunächst die Unschuldsvermutung“, heißt es weiter. „In Gedanken ist der FC bei den Angehörigen der Unfallopfer und zutiefst betroffen über die Ereignisse.“ 

Laut Express kümmern sich aktuell die FC-Verantwortlichen um Lukas Berg, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, intensiv um die Spieler. Sie sollen auf dem Heimweg nach einer Begegnung in der Regionalliga gegen Fortuna Köln (3:3) gewesen sein. Ob es sich bei den Fahrern um die FC-Nachwuchsspieler handelt, ist aktuell unklar.

A555: Unfallhergang ist weiterhin unklar

Seit Samstagmittag rollt der Verkehr nun wieder über die A555 Richtung Bonn. Nur eine schwarze in den Asphalt eingebrannte Stelle macht deutlich, wo genau der Polo nur in Flammen aufgegangen ist.

Die Feuerwehrleute waren schon vier Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort. Erst bei den Löscharbeiten sahen sie, dass sich in dem Wagen noch Personen befanden. Für die beiden Menschen kam jede Hilfe zu spät. Bis in den frühen Morgen hinein waren Einsatzleiter André Bach und seine Einsatzmannschaft noch auf der Autobahn, um die Unfallstelle auszuleuchten und um Umweltschäden vorzubeugen.

Wie Wesselings Feuerwehrchef André Bach erklärte, gab es auf der Wache anschließend für die Einsatzkräfte der Feuerwehr noch eine professionelle Nachsorge.

Unklar ist auch am Montag noch der Unfallhergang. Sowohl der Mercedes, als auch der Audi weisen seitliche Unfallschäden auf. An dem Audi war zudem ein Frontschaden feststellbar.

Polizei sucht nach Unfall auf A555 weiter nach Zeugen

Weiterhin sucht die Polizei dringend Zeugen, die Angaben zum Unfallgeschehen machen können. Insbesondere sucht die Polizei Zeugen, die Angaben zur Fahrweise eines silbernen Audis und eines silbernen Mercedes machen können, ob sie möglicherweise hinter- oder nebeneinander auf der A555 zwischen Köln und Wesseling gefahren sind. Relevant sei ein Zeitfenster zwischen etwa 23.20 und 23.30 Uhr in der Nacht zu Samstag.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei telefonisch unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de bei den Ermittlern entgegen.

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