Baden im RheinTrügerische Idylle am „Wesselinger Lido“
Wesseling – Wenn das Quecksilber wie am Samstag die 35-Grad-Marke hinter sich gelassen hat, kennen viele nur ein Ziel der Abkühlung – Wasser. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, wenn es sich um Freibäder oder ausgewiesene Seen handelt. Doch da ist ja noch der große Fluss. Gerade wer den Rhein direkt vor der Haustür hat, ist versucht, sich vom Ufer aus in die fließenden Fluten zu stürzen.
Am sogenannten Wesselinger Lido unterhalb des Rheinparks gibt es einen kleinen Sandstrand, schattige Bäume und in den Fluss gebaute Steinbuhnen. Auf den ersten Blick perfekt für sommerliche Badefreuden. Entsprechend gut genutzt ist der Lido in diesen Tagen. Doch da der Lido keine offizielle Badestelle ist, gibt es dort auch keine Aufsicht.
„Der Rhein ist eine große Wasserstraße“
Zwar unterhält die DLRG Wesseling in der Nähe eine Wasserrettungsstation und hat bei ihren Patrouillenfahrten auch ein Auge auf die Badenden. Doch eigentlich seien sie zur Absicherung des Sportbootverkehrs da, wie Stefan Albrecht, Vorsitzender der DLRG Wesseling erklärt. Er warnt ausdrücklich davor, im Rhein zu baden. „Der Rhein ist eine große Wasserstraße mit einer hohen Fließgeschwindigkeit. Die Gefahren, zum Beispiel durch den Sog der Schiffe wird maßlos unterschätzt“, so Albrecht. Gerade zwischen Buhnen, wo kleine Buchten entstehen, sei das ruhige Wasser trügerisch. Hinzu komme in Wesseling die Nähe zum Hafen der Raffinerie, wo regelmäßig große Tankschiffe anlegen. „Deshalb gilt dort ein Badeverbot.“ Das gilt laut Internetseite des Wasser- und Schifffahrtsamtes Köln für die gesamte Westufer der Wesselinger Rheinschleife. Wie gefährlich der Sprung in den Strom sein kann, zeigen die zahlreichen tragischen Badeunfälle. Gerade am Wochenende ertrank ein Sechsjähriger in Köln, als ihn ein Strudel in die Tiefe zog.
Dass das Baden im Fluss seine Tücken hat, wissen wohl auch die meisten Besucher. Doch viele wissen offenbar gar nicht, dass es verboten ist, zumal es keine entsprechenden Warnschilder gebe, wie Laila Waggon und Dana Aussem erklärten. Gerade der Abschnitt mit seinem Sandstrand und den Bäumen sei ideal für Kinder. Zudem gebe es in Wesseling kein Freibad mehr. „Die Kinder aus den Augen lassen darf man natürlich nicht“, sagen die beiden Mütter. Und weiter als knietief dürften ihre Sprösslinge nicht ins Wasser. Und auch sie selbst gingen nur wenige Meter ins Wasser. „Man merkt den Sog schon“, sagt Dana Aussem. Auch wenn es laut Stefan Albrecht in Wesseling in den letzten Jahren keine schweren Badeunfälle gab, rät er zu äußerster Vorsicht, gerade wenn Alkohol im Spiel sei.
