Wesseling hat einen neuen Bürgermeister: Ralph Manzke wurde in der Stichwahl am Sonntag gewählt. Die Wahlbeteiligung war niedrig.
Kommentar zu StichwahlWahlbeteiligung in Wesseling war kein Ruhmesblatt für Demokratie

Olaf Krah (links) und Ralph Manzke vor der Stichwahl am 13. November.
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Die gute Nachricht: Die Wahlbeteiligung ist gegenüber dem ersten Wahlgang nicht so eklatant eingebrochen, wie es zu befürchten war. Die Schlechte: Gerade einmal etwas mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Bei der Stichwahl 2014 zwischen Erwin Esser (SPD) und Hans-Peter Haupt (CDU) waren es immerhin noch 40,7 Prozent – auch kein Ruhmesblatt für die Demokratie.
Grüne unterstützten CDU-Mann aus Kalkül
Der Ausgang kommt überraschend: Vor 14 Tagen lag Olaf Krah nur rund 500 Stimmen hinter Ralph Manzke, und die Grünen von Wahlverlierer Elmar Gillet sprachen sich für den CDU-Mann aus, dessen Befähigung sie noch infrage gestellt hatten, nachdem er sich parteiintern durchgesetzt hatte. Geholfen hat Krah diese Empfehlung nicht. Er hat rund 200 Stimmen hinzugewonnen, SPD-Mann Manzke dagegen weit mehr als 500. Die Grünen werden schon gewusst haben, dass sich ihre Klientel ungern vorschreiben lässt, wen sie wählen soll.
Außerdem war leicht zu durchschauen, dass das Votum für den CDU-Kandidaten rein taktischen Erwägungen folgte – um die Allianz mit den Christdemokraten nicht zu strapazieren. Spannend wird sein, ob es Manzke wie dem bisherigen Amtsinhaber Erwin Esser gelingen wird, das für ihn ungünstige Kräfteverhältnis im Rat zu moderieren, oder ob ihm ein schärferer Wind entgegenschlagen wird.

