Zum Essen gab es 16 GängeGemeinde feiert indischen Erntedank in Wesseling

Die Frauen und Männer der Gemeinde trugen traditionelle Kleidung.
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Wesseling – Ein bisschen war es für die rund 350 Gäste des Onam-Festes wie in Indien: Der Saal im Pfarrzentrum St. Germanus war bunt geschmückt. Viele Frauen trugen ihre traditionellen Gewänder, und die Tische bogen sich geradezu unter der Last all der köstlichen Speise.
Das Onam-Fest ist das traditionelle Erntedankfest in Indien. „Wir feiern es hier genauso wie in Indien“, sagte der Vorsitzende des indischen Kulturvereins Kerala Samajam, Jos Puthussery. Das Fest sei dem indischen Gott des Wohlstands gewidmet, um ihm zu zeigen, dass es dem Volk gut gehe. Mit seinem Vorstand und vielen ehrenamtlichen Helfern hat Puthussery das Fest organisiert.

Der Landtagsabgeordnete Gregor Golland mit Vorstandsmitgliedern.
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Allein zwei Tage habe dabei zum Beispiel ein ehrenamtliches Team von 15 Köchinnen und Köchen den Hof der Vorstandsfamilie Kumpiluvelil in Köln-Meschenich regelrecht in Beschlag genommen, um dort das 16-gängige vegetarische indische Menü mit Nachtisch für die Gäste vorzubereiten.
Folklore und Bollywood in Wesseling
Beim großen Onam-Fest lief alles wie am Schnürchen. Gäste und Gastgeber klatschten und staunten, als die Vereinsmitglieder sich und ihre Kultur mit klassischen indischen und Folkloretänze vorstellten und eine Trachtenshow, Gesang und moderne Bollywood Tänze präsentierten. „Ich habe mich richtig gefreut, dass diese schöne farbenfrohe Tradition endlich wieder zelebriert werden konnte“, sagte zum Beispiel Gregor Golland, der auch schon vor der Corona-Pandemie das Fest als Schirmherr begleitete. Die Vereinsmitglieder rund um ihren Vorsitzenden Jos Puthussery seien ihm ans Herz gewachsen. Den Verein Kerala Samajam beschrieb Golland als eine sehr engagierte Gemeinschaft. „Die Mitglieder fördern seit Jahrzehnten die kulturelle Verständigung zwischen Deutschen und Indern und sind ein Vorbild für gelungene Integration.“
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Viele Vereinsmitglieder leben inzwischen in der dritten Generation unter anderem in Brühl, Wesseling, Erftstadt, Frechen, Hürth, Pulheim und Gymnich. Um ihre Kultur auch fern der ursprünglichen Heimat zu pflegen, hatte Jos Puthussery mit sieben Landsleuten vor 39 Jahren den Verein gegründet. „Unser Ziel sind die Förderung und Pflege der indischen Kultur und die Durchführung von Kulturveranstaltungen, um so auch das Miteinander zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten, insbesondere der Deutschen und der Inder, zu fördern“, sagte Jos Puthussery. Dabei sei das Oman-Fest nur eines von vielen Events, die der Verein organisiere. Regelmäßig werde auch zu Tages- und Familienfesten eingeladen sowie zu Seminaren, Ausflügen und Kochkursen, um so den Dialog und das Miteinander zwischen Deutschen und Indern weiter zu fördern. „Künftig werden zudem mehr als 50 Jugendliche und junge Erwachsene aus beiden Ländern die deutsch-indische Zusammenarbeit intensivieren“, kündigte der Vereinschef an.
Mit dem Onam-Fest hat es übrigens eine besondere Bewandtnis: Der indischen Sage nach war Mahabali ein König, der so gütig war, dass er keinem Gast jemals eine Bitte abschlagen konnte und von den Menschen wie ein Gott verehrt wurde. Darum hätten ihn die Götter beneidet und in die Unterwelt verdammt. Es sei Gott Vishnu gewesen, der dem gütigen König schließlich gestattet habe, einmal im Jahr von der Unterwelt auf die Erde zu reisen und sein Volk zu besuchen. Und so feierten die Menschen in Kerala zu seinen Ehren das Erntedankfest, das, obwohl die Sage aus dem hinduistischen Glauben stammt, religionsübergreifend sei, wie Jos Puthussery erläuterte.



