Am Rand von Oberwennerscheid entsteht die erste Klimasiedlung der Gemeinde, ein Vorzeigeprojekt, lobt die Kommunalpolitik.
WohnungsbauNeunkirchen-Seelscheid gibt grünes Licht für Klimasiedlung

Ein Vorzeigeprojekt: Im Ratssaal von Neunkirchen-Seelscheid fiel die Entscheidung für die Klimasiedlung.
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Es sei ein kleines, aber feines Baugebiet, das am Westrand von Oberwennerscheid entstehen solle, hieß es im Ratssaal. Der Ausschuss für Gemeindeplanung und Ortsentwicklung machte den Weg frei für die erste Klimasiedlung Neunkirchen-Seelscheids.
„Damit können wir uns schmücken“, lobte Mario Weesbach, Vize-Fraktionsvorsitzender der CDU. 14 Einzelhäuser plant die Firma Kleinpoppen-Projekte aus Solingen in dem ländlich geprägten Ortsteil zwischen Seelscheid und Neunkirchen. Derzeit ist das Areal eine Pferdewiese.
Baugebiet in Neunkirchen-Seelscheid wird mit Erdwärme versorgt
Der Ausschuss schuf nun das nötige Planungsrecht, außer der Änderung des Flächennutzungsplans muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Investor, der das Gebiet auch erschließt, hatte in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung einen städtebaulichen Entwurf vorgelegt.
Ausschlaggebend für die Zertifizierung als Klimasiedlung sind die Deckung eines Großteils der benötigten Energie aus erneuerbaren Energien, überwiegend Stromerzeugung über Photovoltaikanlagen und Wärmeproduktion mithilfe von Erdwärmepumpen. Dazu kommt der Einsatz von nachhaltigen Materialien und Ressourcen bei dem Bau der Wohngebäude. Die Regenwasserversickerung erfolge über Rigolen-Mulden.
Die Klimasiedlung Häger Weg passe gut in den Ortsteil mit seinen ein- und zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit Satteldächern. Die Erschließung erfolgt über die Straßen Zum Vorbusch und Königssiefen zur Wahnbachtalstraße (L189). Die Bushaltestelle Neunkirchen-Seelscheid Oberwennerscheid befindet sich in etwa zwei Gehminuten vom 8200 Quadratmeter großen Plangebiet entfernt. Hier hält die Buslinie 576, die Neunkirchen-Seelscheid und Much verbindet.
Bei allem Lob gab es auch Kritik. Peter Schmitz von der SPD monierte, die Anregung seiner Fraktion zu den Stellplätzen sei nicht umgesetzt worden. Jedes Haus habe zwar zwei, die seien aber hintereinander liegend vorgesehen, so dass rangiert werden müsse. Um das zu vermeiden, würden voraussichtlich Pkw im öffentlichen Straßenraum abgestellt. Man wolle aber das Verfahren nicht aufhalten und dieses „Vorzeigeprojekt“ umsetzen.
Es gab ein einstimmiges Votum für die Planung Häger Weg bei zwei Enthaltungen der AfD. Nach Vorstellung von Verwaltung und Politik sollen in die freistehenden Einzelhäuser und die Doppelhäuser vor allem junge Familien einziehen. Zulässig sind in dem allgemeinen Wohngebiet auch nicht störende Gewerbebetriebe, „zum Beispiel ein Architekturbüro“, erläuterte der Vertreter des Investors. Eine Gaststätte werde sich dort eher nicht ansiedeln.

