Eine Linde wurde in Much auf der L224 zwischen Derscheid und Birrenbachshöhe gesetzt.
Schnapszahl vor KarnevalLandesbetrieb pflanzt Baum „Elfhundertelf“ in Much

Straßen NRW ließ in Much Baum Nr.1111 pflanzen - ein Werbegag zum Start in die Karnevalstage
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Es ist ein klitzekleiner PR-Gag, den der Landesbetrieb Straßen NRW am Dienstag vor dem großen Finale der Karnevalssession inszeniert hat. Zwei Tage vor Weiberfastnacht wurde in Much auf der L224 zwischen Derscheid und Birrenbachshöhe Baum Nummer 1111 der Regionalniederlassung Rhein-Berg gepflanzt, wahrscheinlich spricht man die Schnapszahl des jecken Baums sogar „Elfhundertelf“.
Ein dreifaches Alaaf wurde zwar nicht ausgerufen, für Straßen NRW gab es aber trotzdem einen Grund zum Feiern. „Das Ziel, innerhalb von zwei Jahren mehr als 1000 Bäume zu pflanzen, haben wir erreicht“, berichtet Kerstin Kück, Landschaftsarchitektin bei Straßen NRW. Im konkreten Fall wurde die historische Allee auf der Landesstraße um mehrere Linden erweitert.
Der Abschnitt der L224 ist im Alleenkataster von Nordrhein-Westfalen eingetragen
„Für uns auch mal schön, neue Bäume zu pflanzen, anstatt welche zu entfernen“, sagte Mohamed Abodahab, Abteilungsleiter Bau der Regionalniederlassung Rhein-Berg. Die zehn bis 15 Jahre alten Bäumchen kommen aus einer Baumschule und wurden dicht an der Fahrbahn gesetzt, um den Charakter der Allee zu erhalten. Das ist nur möglich, weil dieser Abschnitt der L224 im Alleenkataster NRW eingetragen ist.
Normalerweise muss auf Straßen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometern pro Stunde mindestens ein Abstand von 7,50 Metern zur Fahrbahn eingehalten werden. An dieser Stelle schon allein deswegen ein Problem, da das Grundstück von Straßen NRW nicht groß ist. Nur wenige Meter neben dem Straßenrand beginnen die landwirtschaftlichen Flächen. Die Regionalniederlassung Rhein-Berg zieht die jungen Linden noch fünf Jahre lang groß und sorgt beispielsweise für Bewässerung, bevor die zuständige lokale Straßenmeisterei die Pflege übernimmt.
Neue und klimaverträglichere Arten werden bei den Alleebepflanzungen ausprobiert
Damit eine Straße in die Landschaft eingebunden wird, möchte Straßen NRW möglichst einheimische Bäume pflanzen. Die haben jedoch zunehmend mit Hitzesommern zu kämpfen, die Auswahl für den Straßenbaubetrieb schwindet. Es werden deshalb zunehmend neue, klimaverträglichere Arten ausprobiert.
Mit solchen Baumpflanzaktionen wolle man sein Naturschutzbewusstsein unter Beweis stellen. „Wenn wir mit dem Straßenbau in die Natur eingreifen, müssen wir auch Ausgleichsmaßnahmen treffen“, erläutert Kerstin Kück. Diese Regelung ist im Bundesnaturschutzgesetz festgeschrieben.

