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„Stress für die Tiere“Peta nimmt das Hähnewettkrähen in Much aufs Korn

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Hähne beim Wettkrähen

Mit dem Hähnewettkrähen möchten Geflugelzuchtvereine für ihr Hobby werben. Die Tierrechtsorganisation kritisiert die traditionelle Veranstaltung in Much. (Symbolbild)

Wenn der Rassegeflügelzuchtverein das Wettkrähen absagt, spendiert die Tierrechtsorganosation 500 vegane Würstchen.

Es soll ein Spaß sein für die ganze Familie und eine Werbeaktion für ein seltenes Hobby –das Hähnewettkrähen an Christi Himmelfahrt in Much-Berzbach. Doch die Veranstaltung am Donnerstag, 14. Mai, ist ins Visier der Tierschützer geraten. Für die Organisation Peta mit Sitz in Stuttgart bedeutet das Wettkrähen erheblichen Stress für die Tiere.

Diese würden von ihren gewohnten Gruppen getrennt, transportiert und mit fremden Tieren, Menschen und ungewohnten Geräuschen konfrontiert. Auch höhere Temperaturen könnten die Belastung verstärken.

Hühnerclub Much solle lieber Menschen um die Wette krähen lassen

„Was hier zelebriert und zur Belustigung von Menschen genutzt wird, blendet aus, was die Hähne dabei erleben: Lärm, fremde Umgebung und eine Situation, der sie nicht entkommen können“, so Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta.

Bei solchen Veranstaltungen landeten auch häufig Tiere auf dem Grill – für Peta „ein klarer Widerspruch zu der Tierliebe, die viele Vereine für sich beanspruchen“. Stattdessen könne der Rassegeflügelzuchtverein Much 1977 ein veganes Event ohne Tiere ausrichten, beispielsweise mit einem Wettkrähen unter Menschen. Peta bietet an, für ein solches Event 500 vegane Würstchen oder Nuggets bereitzustellen.

Peta nimmt grundsätzlich die „sogenannten Kleintierzuchtvereine“ aufs Korn. Diese stellten häufig die „Erhaltung alter Rassen“ in den Vordergrund, doch zum Alltag gehörten häufig Qualzuchten sowie das Töten von Tieren, die nicht den Zuchtstandards entsprächen. Zudem würden die sensiblen Tiere oftmals bei belastenden Ausstellungen wie Geflügelschauen präsentiert.

Die Nachzucht verschärfe die Situation für heimatlose Tiere. In deutschen Tierheimen warteten Tausende Lebewesen auf ein neues Zuhause. Besser als Tier zu vermehren, sei es, einem Tier aus dem Heim ein Zuhause zu schenken. Tiere seien nicht dazu da, „dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten“. 

Der Verein hat das Angebot von Peta nicht angenommen. Das Hähnewettkrähen, für das auch Much Marketing wirbt, findet am Vatertag auf dem Spielplatz in Berzbach statt.