Etwa vier Millionen Euro könnte Much sparen durch den Nicht-Ausbau der Grundschule. Die i-Dötzchen sollen langfristig ins „Schülchen“ ziehen.
FinanzproblemeAusbau der Grundschule Much wackelt – Erstklässler sollen ins „Schülchen“ ziehen

Die Ausbaupläne für die Grundschule Klosterstraße wackeln. Nun soll es erstmal einen Container geben. (Archivfoto)
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Zweimal war er schon beschlossene Sache, der Ausbau der Grundschule Klosterstraße im Ortskern. Nun steht das Millionenprojekt auf der Kippe, obwohl die Schule, die zu wenig Platz hat, ab dem Sommer sogar fünfzügig wird.
Problem: Much ist nicht nur klamm, derzeit gibt es noch nicht einmal einen beschlossenen Haushalt. Und die Finanzlage wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich auch nicht grundlegend verbessern. Die Verwaltung schlägt nun eine Sparlösung vor - in zwei Schritten.
Die Bücherei soll in die Küchenzone ziehen und Platz machen für zwei Klassenzimmer
Fürs kommende Schuljahr 2026/2027 sollen zwei zusätzliche Unterrichtsräume in einem Pavillon entstehen. So steht es in den Unterlagen zum nächsten Schulausschuss. Der steht bereits auf dem hinteren Schulhof und wird derzeit von einer Klasse sowie als Schulbibliothek genutzt. Die Bücherei soll in den „derzeit wenig genutzten Küchenbereich im gegenüberliegenden Gebäude“ ziehen.
Das soll nur eine Lösung für den Übergang sein. Längerfristig könnte das „Schülchen“, wie die frühere, 450 Meter entfernte Dorfschule liebevoll genannt wird, zur Grundschul-Außenstelle werden. Die Idee hatte schon der scheidende Bürgermeister Norbert Büscher ins Gespräch gebracht.
Erstklässler könnten ab Schuljahr 2027/2028 in Übergangsgebäude Platz finden
Sein Nachfolger Karsten Schäfer, zuvor Beigeordneter in Much und stellvertretender Verwaltungsleiter, hat das drängende Thema aufgegriffen. Derzeit werden die Räume für die Nachmittagsbetreuung in der OGS (offene Ganztagsgrundschule) genutzt. Es gibt auch ein Außengelände mit Schulhof und einem erst kürzlich aufwendig gestalteten Spielplatz.
Die Erstklässler könnten hier ab dem Schuljahr 2027/2028 Platz finden, heißt es in der Verwaltungsvorlage, über die letztlich die Kommunalpolitik zu entscheiden hat. Diese Alternative hat die Gemeindeverwaltung bereits mit der Schuldirektorin des Rhein-Sieg-Kreises, Ingrid Röhl, und der Schulleitung der Grundschule Klosterstraße, Fiona Keegan, abgestimmt.
Dabei geht es nicht nur um der Weg zwischen den beiden Schulstandorten, der vor allem von den Lehrkäften zurückgelegt werden muss, sondern um die Doppelnutzung der Räume. Die OGS-Kinder werden hier weiterhin betreut. Derzeit prüfe man die nötigen Umbauten. Vor Ostern soll ein Termin bei der Bezirksregierung Köln stattfinden.

Auf dem hinteren Schulhof steht der Pavillon, in dem zwei neue Unterrichtsräume entstehen sollen. Die Bibliothek zieht um.
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„Durch diese Maßnahme würden erhebliche Einsparungen bei den vorgesehenen Investitionen zur Erweiterung der Grundschule erzielt werden; die OGS-Räume würden modernisiert, der dringend benötigte Raumbedarf könnte umgehend realisiert werden und der neue Spielplatz an der OGS würde verstärkt genutzt werden und somit in seiner Bestimmung vollends genutzt“, schreibt die Gemeindeverwaltung.
Der Raumbedarf bleibt zunächst hoch: Voraussichtlich bis zum Sommer 2031 gibt es jeweils 105 beziehungsweise 106 Erstklässler, also fünf Parallelklassen; Ausnahme: das Schuljahr 2028/2029, in dem es laut Schätzung 98 i-Dötzchen geben wird. Ab 2031/2032 könnte sich die Lage entspannen, dann geht man von nur noch 84 Einschulungen aus.
Die Anbauten an der Grundschule Marienfeld sollen im Sommer bezugsfertig sein
Auch an der Grundschule Marienfeld steigen die Schülerzahlen zunächst, man rechnet mit 61 bis 65 neuen Kindern für die kommenden drei Schuljahre, die Dorfschule wird dreizügig. Die beiden neuen Anbauten sollen im Sommer bezugsfertig sein. Ab dem Schuljahr 2029/2030 werden nur noch jeweils 44 i-Dötzchen prognostiziert, also zwei erste Klassen.
Um die neue Lösung im Ortskern umsetzen zu können, muss der alte Ratsbeschluss vom 27. August 2024 aufgehoben werden. Den Umbau des „Schülchens“ könnte Much über das NRW-Infrastrukturgesetz finanzieren.
Der Schulausschuss tagt am Dienstag, 10. März, um 18 Uhr in der Gesamtschule, Nebenraum der Mensa.


