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Burkard SondermeierEine Revue für den Regen im Kunsthaus Seelscheid

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Burkard Sondermeier hatte Premiere mit der Revue „Rund um den Regen“

Burkard Sondermeier hatte Premiere mit der Revue „Rund um den Regen“ im Kunsthaus Seelscheid.

Abkühlung gefällig? In der neuen Revue dreht sich alles ums Nass.

Burkard Sondermeier hatte es sich auf einem geblümten Ohrensessel im Kunsthaus Seelscheid gemütlich gemacht. Neben ihm spendete ein kleines Leselicht warmen Schein. Während die ersten Pianoklänge durch den historischen Festsaal des Kunsthauses Seelscheid glitten, wanderte sein Blick gedankenverloren in die Ferne, als suche er dort nach der nächsten Geschichte. Ringsum Kunstwerke an den Wänden, blütenweiße Holzbalken spannten sich durch den Raum. Es war das passende Ambiente für eine Veranstaltung, auf die man erst einmal kommen muss: eine feuchtfröhliche Revue „Rund um den Regen“.

Gemeinsam mit Pianist Igor Kirillov hatte Sondermeier ein Programm zusammengestellt, das sich einem Thema widmete, das jeder kennt und über das dennoch selten ein ganzer Abend gestaltet wird. Im Programmheft hieß es dazu: „Am Anfang einer jeden Neuschöpfung steht die Suche nach Passendem oder schon Geschaffenem zum gestellten Thema. In unserem Fall ist es der Regen.“

Unterschiedliche Lieder zumThema regenm hat Burkard Sondermeier zusammengstellt

Und tatsächlich schienen filigrane Klänge am Flügel wie einzelne Tropfen durch den Raum zu fallen. Sondermeier und Kirillov ließen Musik und Humor  in ständig wechselnden Facetten auf ihr Publikum regnen. Sondermeier nahm dabei einen berühmten Satz unter die Lupe: „Nach uns die Sintflut“. Viele hätten ihn schon gehört, erklärte er, ohne zu wissen, woher er stammt. Unter anderem habe Karl Marx den Satz in seinem Werk „Das Kapital“ verwendet. Mit einem verschmitzten Lächeln schob Sondermeier eine weitere, historisch „nicht so ganz gesicherte Quelle“ hinterher: Die Worte sollen von Marie Antoinette stammen auf ihrem Weg zum Scheiterhaufen.

Sondermeier rezitierte nicht nur, er sang auch selbst. Zwischen Bildern, Balken und Kunstwerken ließ er seine eigens nachgedichtete Fassung von Wannes van de Veldes „Mijn Mansarde“ erklingen. „Mansarden üben auf mich einen Reiz aus“, bekannte er. Es folgten Alexander Steinbrechers Schlager „Unter einem Regenschirm am Abend“ aus dem Jahr 1942 und Georges Brassens berühmtes Chanson „Le Parapluie“.

Am Flügel erwies sich Igor Kirillov erneut als kongenialer Partner. Besonders eindrucksvoll gelang Claude Debussys „Jardins sous la pluie“. Fast konnte man den Regen hören, der auf Dächer prasselte, Kinder durch Pfützen springen sehen und die Frische eines Sommergewitters spüren.

„Unzählig viele Chansons und Lieder, die nichts miteinander zu tun haben. Außer dem Regen“, beschrieb Sondermeier sein Programm. „Vom Charakter her ist jedes Lied völlig anders. Die Unterschiedlichkeit und gleichzeitig die Gemeinsamkeit hinzubekommen, das ist schon etwas Besonderes.“

Klavierbegleitung hätte fast einhändig stattfinden müssen

Dass der Abend überhaupt in dieser Form stattfinden konnte, grenzte beinahe an ein kleines Wunder. Noch vor fünf Wochen hatte sich Pianist Igor Kirillov schwer an der Hand verletzt. „Wir waren schon dabei, das Programm auf die linke Hand allein umzustellen“. Doch rechtzeitig zum Konzert war die Hand wieder einsatzbereit.

Das Publikum dankte es mit langem Applaus. Der historische Saal war zwar nicht ausverkauft, aber, wie Sondermeier zufrieden feststellte, „sehr gut verkauft“. Und tatsächlich: Gut gefüllt wirkte der Raum genau richtig für einen Abend, der weniger großes Spektakel als vielmehr eine liebevoll kuratierte Entdeckungsreise war.


Die Revue „Rund um den Regen“ im Kunsthaus Seelscheid hat noch zwei weitere Termine, am Samstag, 20. Juni, 19 Uhr, und Sonntag, 28. Juni, 17 Uhr. Der Eintritt kostet 25 Euro. Einlass ist eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Tickets im Kunsthaus oder in der Buchhandlung Löffelholz in Neunkirchen.