Während der Fußball-Mittelrheinligist aus dem Oberbergischen weiter fest an den Aufstieg glaubt, will der SSV 04 das Duell „in vollen Zügen genießen“.
„Das nächste Endspiel“Hohkeppel bittet Siegburg zum Verfolgerduell

Tom Schnörpel (rechts) und der Siegburger SV 04 freuen sich auf das Wiedersehen mit Eintracht Hohkeppel um Finn Bauens (links).
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Während der FC Hennef 05 den 24. Spieltag in der Fußball-Mittelrheinliga bereits mit der Partie am Freitag (20 Uhr) gegen die SpVg Frechen eröffnet, steht der Sonntag im Zeichen des Aufstiegskampfs. Vor dem Verfolgerduell zwischen Eintracht Hohkeppel und dem Siegburger SV 04 blicken wir auf...
... die Ausgangslage: Mehr Aufstiegskampf geht nicht: Am Sonntag bleiben die Top-Vier-Mannschaften unter sich – und gleichzeitig die einzigen Teams, die eine Lizenz für die Regionalliga-Saison 2026/27 beantragt haben. Während Vichttal (4./46 Punkte) den Spitzenreiter Bergisch Gladbach (54) empfängt, bittet Hohkeppel (3./48) den SSV 04 (2./49) zum Verfolgerduell.
Letzterer Klub reist nach fünf Siegen in Folge mit breiter Brust an: „Die Partie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, betont Trainer Alexander Otto. „Meine Jungs haben sich dieses Topspiel einfach verdient und werden die 90 Minuten in vollen Zügen genießen.“ Der Druck liege aufseiten des Gegners, denn: „Hohkeppel muss aufsteigen und Fakt ist: Der Verlierer dieses Spiels verabschiedet sich vorerst aus dem Titelrennen.“
Wir glauben nach wie vor an die Meisterschaft
Im Lager des Gegners versucht man erst gar nicht, die Bedeutung des Duells herunterzuspielen. Der Anfang April für den entlassenen Abdullah Keseroglu zurückgeholte Trainer Giuseppe Brunetto spricht vom „nächsten Endspiel. Wir müssen auch die restlichen sieben Partien gewinnen, um Bergisch Gladbach noch abzufangen. Wir glauben nach wie vor an die Meisterschaft.“
... das Hinspiel: Ende Oktober setzte Siegburg ein Ausrufezeichen, indem Yuta Sakamaki, William McIntosh, Alexander Tackie Sai und Alec Vinci einen 4:0-Erfolg über Hohkeppel herausschossen. Eine Rote Karte für Gästekeeper Kevin Jackmuth beim Stande von 0:0 (31., Notbremse) hatte den 04ern dabei in die Karten gespielt. „Ich bin mir sicher, dass das Ergebnis noch in den Köpfen des Gegners steckt“, so Otto.
Hohkeppel holt zu Hause 31 von 36 möglichen Punkten
Eine Annahme, die Brunetto bestätigt: „Damals war ich zwar noch Trainer der (mittlerweile zurückgezogenen, Anm. d. Red.) Reserve, aber im ganzen Verein hat man gespürt: Diese Niederlage hat Spuren hinterlassen. Entsprechend heiß ist die Mannschaft auf eine Revanche.“ Im Hinspiel sei Siegburg „von der ersten Sekunde an griffiger gewesen. Wir wollen uns kein zweites Mal den Schneid aufkaufen lassen.“
Erst recht nicht zu Hause, wo man 31 von 36 möglichen Punkten geholt hat. Genauso viele Zähler verbuchte Siegburg auf fremder Anlage, wobei man für diese Ausbeute sogar eine Partie weniger benötigte. Damit trifft am Sonntag die beste Heim- auf die beste Auswärtsmannschaft.
... den Gegner: Während Brunetto sowohl die Siegburger Mannschaft („homogene Truppe“) als auch seinen Trainerkollegen („Alex' Handschrift ist klar zu erkennen“) lobt, bezeichnet Otto den Hohkeppeler Kader als „Nonplusultra. Gemessen am Personal hat der Gegner in dieser Liga nichts zu suchen.“ Allen voran das Sturm-Duo um Mike Owusu und Clinton Williams Emmanuel. Letzterer kam im Winter vom Regionalligisten Bonner SC und hatte in der Saison 2024/25 noch im Trikot des FC Pesch für Furore gesorgt. Auch im Duell mit Siegburg (2:4), als er doppelt traf. „Meine Innenverteidigung dürfte heute noch einen Drehwurm wegen ihm haben“, sagt Otto.
Ex-Siegburger Ishak Adahchur ist gesetzt
Der Coach freut sich nicht nur auf das Wiedersehen mit dem gegnerischen Teammanager (und Ex-Siegburger Sportchef) Mehmet Dogan, sondern auch auf das Duell mit seinem ehemaligen Schützling Ishak Adahchur: „Er hatte nach seinem Wechsel im Sommer Anlaufschwierigkeiten, aber seine Qualität hat sich durchgesetzt.“ In den letzten neun Spielen erzielte er fünf Tore, unter anderem das goldene in Hennef. „Ishak ist ein Box-to-Box-Spieler, der nicht wegzudenken ist aus der Startelf“, betont Brunetto. Auch der Ex-Siegburger Hendrik Strobl sei eine „Option für die Startelf“.
