Abo

Vorschlag vorerst vom TischHermann-Weber-Bad in Eitorf wird nicht privatisiert

2 min
Viele Badegäste im Schwimmbecken.

Beliebt ist das Hermann-Weber-Bad in Eitorf, doch die Öffnungszeiten sind häufig eingeschränkt. (Archivfoto)  

Die FDP-Fraktion hatte in einem Antrag gefragt, ob das Hermann-Weber-Bad durch die Verpachtung an ein Privatunternehmen attraktiver werden könnte.

Mit großer Mehrheit bei nur einer Gegenstimme hat der Kulturausschuss in Eitorf auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung einen Antrag der FDP abgelehnt. Die Fraktion hatte vorgeschlagen, zu prüfen, ob durch eine Verpachtung des Hermann-Weber-Bades an einen privaten Betreiber die eingeschränkten Öffnungszeiten des Schwimmbades sowie dessen wirtschaftliche Situation deutlich verbessert werden könnten. Einen entsprechenden Beschluss soll auch der Hauptausschuss noch fassen.

Die Freidemokraten hatten schon im Juli vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag gestellt, der zunächst im Rat landete, dann aber an die Ausschüsse überwiesen wurde.

Hermann-Weber-Bad: Sanierung immer noch nicht abgeschlossen

Leonhard Tillmanns (FDP) erläuterte jetzt für die Liberalen erneut, dass das Schwimmbad den Bürgerinnen und Bürgern in einem größtmöglichen Umfang zur Verfügung stehen solle. Die Verpachtung an einen privaten Betreiber könne da neue Impulse setzen und Auslastung sowie Akzeptanz des Bades dauerhaft verbessern.

Petra Pipke (CDU) wies aber darauf hin, dass die Sanierung des Bades immer noch nicht abgeschlossen sei. Schäden an Hubboden und Fliesen seien nach wie vor nicht beseitigt. Gern, so Pipke, könne man später noch einmal über den FDP-Vorschlag nachdenken. Dem stimmten Andreas Hubert (SPD), Ralf Bartsch (Grüne) und Antonio Carvalho Moreira (UWG) zu.

Eitorfer Verwaltung: Verpachtung berge Risiko steigender Eintrittspreise

Die Gemeindeverwaltung hatte zuvor bereits auf den erheblichen zeitlichen und organisatorischen Aufwand hingewiesen, der durch eine vertiefte Prüfung zur Verpachtung entstehen würde. Zwar könnten private Betreiber unter Umständen flexibler auf Personalengpässe reagieren, und eine Verpachtung würde außerdem die Verwaltung entlasten. Sie sei aber auch mit erheblichen Risiken wie steigenden Eintrittspreisen verbunden. Ein wirtschaftlicher Vorteil für die Gemeinde sei nicht zwangsläufig zu erwarten.

Auch die Rolle der Hermann-Weber-Stiftung, die das Bad mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt, sei zu beachten. Zudem sei eine Abstimmung mit dem Bundesbauministerium erforderlich, das die Generalsanierung seinerzeit mit mehr als drei Millionen Euro gefördert hatte. Zwar sei eine Verpachtung grundsätzlich möglich, jedoch mit erheblichen Unsicherheiten, Risiken und Abhängigkeiten verbunden.