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Herde ausgebüxt Feuerwehr rettet Kuh in Windeck aus vollem Swimmingpool

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Mit der Drehleiter wurde die Kuh aus dem Becken gehoben.

Windeck – Der Anruf erreichte Guido Hegener beim Einkauf. „Eine Kuh im Pool“, teilte ihm Heinz Willi Schüler mit. Tatsächlich war eine kleine Herde in Neuenhof von der Weide ausgebrochen und stromerte herum. Die Tiere sind erst seit einigen Tagen bei Landwirt Schüler untergebracht, sie kommen vom Niederrhein, um gutes Futter zu bekommen. Während die anderen sich wieder auf die große, umzäunte Wiese treiben ließen, hat ein Rind – denn eine Kuh will das gerade besamte Vieh erst noch werden – das mit der Tourismusregion Windecker Ländchen wohl zu ernst genommen. Es hatte wohl Lust auf eine Kneipp-Kur.

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Durch ein Loch in einer Hecke kam es auf den Hof und trat auf die Abdeckung eines Swimmingpools. Die gab unter dem Gewicht nach, die Kuh, die keine ist, versank im rund 1,50 Meter tiefen Wasser. Hegener machte sich sofort auf den Rückweg zum Hof der Familie und ließ seine Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr alarmieren. Dort angekommen, sorgte er dafür, dass das Tier nicht mit dem Kopf unter Wasser sank. Es versuchte, aus dem Pool herauszukommen, schaffte es mit den Vorderläufen auf die Umrandung. Aber dann war Schluss, es kam mit dem Hinterteil nicht heraus.

Tauchpumpen eingesetzt

Gemeindebrandinspektor Max Land eilte mit Mitgliedern des Löschzugs Herchen den Berg hinauf. Als erstes ließ er Tauchpumpen einsetzen, um den Wasserspiegel zu senken. Zu groß war die Gefahr, dass das Rind den Kopf hängen ließ und damit zu ertrinken drohte. Am Ende blieb nur ein Rest von zehn Zentimetern auf dem Boden. Mit Strohballen versuchten die Einsatzkräfte  eine Rampe zu bauen, damit das inzwischen ermüdete Tier selbst hinauf steigen konnte. Doch das Vorhaben scheiterte. Land entschied schließlich, die Kameraden der Eitorfer Feuerwehr mit der Drehleiter zu rufen. Damit sollte die angehende Kuh herausgehoben werden.

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Weil sie aber trächtig sein konnte, wurde zusätzlich eine Tierarztpraxis eingeschaltet. Während der Wartezeit bereiteten die Wehrleute große Schwerlast-Schlaufen und die Drehleiter vor. Das Rind blieb brav stehen, nur ab und zu bewegte es sich ein bisschen, blieb erstaunlich ruhig – trotz des Trubels. Tierärztin Nina Junge wollte zunächst ohne Betäubungsmittel arbeiten.

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Das Risiko wollte aber Gemeindebrandinspektor Jürgen Bensberg aus Eitorf weder für sein Fahrzeug noch für die umstehenden Wehrleute eingehen. Junge setzte ein schnell wirkendes Mittel ein, das Tier wurde schläfrig.

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Die Gurte wurden angelegt, nachdem das Rind  an den Rand getrieben worden war. Ganz sanft hob Sascha Schneider den Ausleger der Drehleiter an, die „Kuh“ ließ sich hängen und wurde vorsichtig aus dem Becken heraus und über eine Hecke gehoben.

Auf der Wiese knickte sie um und blieb erstmal liegen, äußerst neugierig beäugt von dem Rest der Herde. In gemeinsamer Anstrengung schafften Junge und die Einsatzkräfte das Vieh wieder auf die Beine, durch ein Tor ging es zurück auf die Weide.  Dort konnte es sich auf der grünen Wiese endlich ausruhen.