Hofcafé RöcklingenOhne Alkohol und Fleisch

Das Hofcafé in Windeck-Röcklingen mit seinen 30 Sitzplätzen hofft auf Erholungssuchende, die an die Obere Sieg kommen.
Copyright: Stephan Propach Lizenz
Windeck – Wer nach Röcklingen im Siegtal zwischen Dattenfeld und Herchen will, muss die Hauptstraße verlassen. Das 140 Einwohner zählende Dörfchen in einem der vielen Bögen des Flusses ist nur über eine Brücke zu erreichen. Dorthin verschlägt es eigentlich nur Zweiradfahrer oder Inlineskater, die dem familienfreundlichen Radweg folgen.
Gerade dort, abseits der großen Routen, sind Andrea Chiriac und Luca Goldhorn dabei, sich eine neue Existenz aufzubauen. Am Wochenende vor Ostern haben sie das Hofcafé wiedereröffnet, das Lucas Mutter einige Jahre betrieben hat. Gleich 300 Gäste zwischen 17 und 70 Jahren haben sie zum Saisonstart gezählt.
Selbst gebackener Kuchen
Die Karte hält das junge Paar bewusst klein, aber anspruchsvoll. Selbst gebackener Kuchen ist ihnen wichtig, und Kaffee, der den Namen verdient, in allen möglichen Varianten. „Eine professionelle Maschine war Pflicht“, betont der Wirt. Oberste Maxime im weiteren Angebot: „Kein Alkohol, kein Fleisch und alles andere möglichst Bio“. Das gilt insbesondere für die eine warme Mahlzeit, die Suppe und den Salat, die täglich angeboten werden. Sonst gibt es nahezu alles, was zur Erfrischung nötig ist.
Als Zielgruppe haben Andrea und Luca vor allem Erholungsgäste im Blick. Der Radweg führt direkt an der Haustür vorbei. Der Natursteig Sieg ist oberhalb des Dorfes ausgezeichnet. Dort, so hoffen sie, können sie bald einen Wegweiser zum Hofcafé mit seinen 30 Sitzplätzen aufstellen. Beim Rhein-Sieg-Kreis wollen sie sich erkundigen, wie sie „Qualitätsgastgeber“ werden können. Außerdem wollen sie in Erfahrung bringen, unter welchen Voraussetzungen Kanus in Röcklingen anlegen können. Ein Kanuverleih ist angedacht.
Um auch Einheimische nach Röcklingen zu locken, sind Thementage geplant. Schon am vergangenen Wochenende wurde Pizza aus dem eigenen Steinofen serviert. Musikalische Abende mit passendem kulinarischem Angebot könnten folgen. Pädagogin Andrea hat Erfahrung mit Feuershows. Schon jetzt gibt es eine kleine Kunstausstellung, die Leseecke einen Büchertauschschrank. In weitere Angebote will das Paar unter anderem Nachbarn einbinden, die gerade eine Imkerei aufbauen. Erlebnispädagogische Events seien möglich, zählen sie auf.
Neben dem Café ist Luca Goldkern dabei, sein crossmediales Studium abzuschließen. Außerdem hat er eine kleine Firma, die unter anderem Animationen und Websites für Firmen erstellt. Drei Jahre hat er zudem in der Gastronomie gearbeitet. Die Öffnungszeiten für das Café gestalten die jungen Wirtsleute flexibel, je nach Wetterlage. „Im Zweifel kurz anrufen“, rät Luca Goldhorn.
☎ 01578 5 94 28 07
