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Kommentar zum Streit in der SPDDas Team Eitorf ist Vergangenheit

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Das Kreishaus in Siegburg. 

Eitorf – Vor dem Wahlkampf schon Posten aufzuteilen und eine Vereinbarung zu treffen, die eine Ablösung eines Mandats mitten in der Amtszeit vorsieht – das ist nicht nur keine gute Idee, das ist mehr als fragwürdig.

Aber wenn man schon eine solche Vereinbarung trifft, wenn man sie schriftlich festlegt, aus Gründen des Parteifriedens und um Einigkeit bei den Mitgliedern und in der Öffentlichkeit zu demonstrieren – dann hat man sich auch daran zu halten. Auch wenn sie nicht rechtlich bindend ist. Sonst ist nämlich Sense mit der Einigkeit in der Öffentlichkeit und dem Parteifrieden. Das zeigt der offene Brief des Ortsvereins an seine Mitglieder.

Spannend ist nun, wie die Zukunft der SPD aussieht

Der Bruch einer Vereinbarung, egal ob sie rechtlich bindend ist oder nicht, macht einen Politiker unglaubwürdig. Und es spricht auch nicht gerade für einen Polit-Profi wie Dietmar Tendler, dass er nicht auf das Datum des Stabwechsels geachtet haben will.

Selbst wenn er seinen Rückzug aus dem Kreistag nur um wenige Monate aufschiebt, ein Beigeschmack bleibt. Umso mehr, da es nun den Eindruck erweckt, dass ein „alter, weißer Mann“ offenbar keinen Platz machen will für eine junge Frau.

Seit Jahren hat sich die Eitorfer SPD den Generationenwechsel auf die Fahne geschrieben und macht sich jetzt die Chance kaputt, ihn sauber durchzuziehen. Andere haben das längst geschafft, wie die Besetzung der SPD-Kreistagsfraktion zeigt, in der Hanna Nora Meyer für Hennef sitzt oder Michael Richter für Sankt Augustin.

Das „Team Eitorf“, das im Kommunalwahlkampf noch Einigkeit propagierte, gehört wohl endgültig der Vergangenheit an. Spannend bleibt, wie die Zukunft aussieht. Welche Quittung stellen die Mitglieder bei der Versammlung am 8. September den Beteiligten aus? Wie kann die SPD-Fraktion im Rat jetzt noch vertrauensvoll und glaubwürdig miteinander umgehen und Politik gestalten? Und schaffen es die Genossen in Eitorf, die Politik zu verjüngen?