Nach Bericht im WDRHerchener helfen Handwerkern aus Portugal

Monika Goldhorn, Peter Ewald, Herchen haben für portugiesische Arbeiter 12000 Euro gespendet, die um ihren Lohn geprellt wurden.
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Windeck – „Es ist eine kleine Weihnachtsgeschichte.“ Monika Goldhorn ist selbst noch etwas gerührt von dem, was sie und ihr Mann Peter Ewald in den vergangenen Tagen erlebt haben. Fünf gestandene Männer vom Bau haben die beiden Herchener glücklich gemacht. Ihre Geschichte erzählen sie, um auch andere zu animieren, Gutes zu tun.
Begonnen hatte für die Senioren, die in Herchen unmittelbar an der Sieg wohnen vor fast einer Woche. Im Regionalfernsehen sahen sie einen Bericht über fünf Bauarbeiter aus Portugal, die von einem Subunternehmer um den Lohn geprellt worden sind. Monatelang haben sie in Köln-Ehrenfeld auf einer Baustelle geschuftet. 5000 Euro pro Kopf habe die Firma in Portugal einfach nicht bezahlt, berichtet ein Gewerkschafter in dem WDR-Beitrag. Wenige Tage vor Weihnachten stehen die Arbeiter in einem fremden Land auf der Straße. Ihre Familien haben schon länger kein Geld mehr bekommen und können in Portugal die Miete nicht zahlen. An eine Heimfahrt ist gar nicht zu denken.
In Herchen bleibt nach dem Film Entsetzen: „Das kann doch nicht sein.“, bricht es aus Monika Goldhorn heraus. Die ehemalige Geschäftsfrau und der pensionierte selbstständige Imker überschlagen, was sie geben können und recherchieren im Internet. Als sie den Fernsehredakteur erreichen, ist der gerade bei den fünf Männern im Aufbruch. Gemeinsam haben sie den Film gesehen und jetzt können sie die Nachricht kaum fassen. Völlig unbekannte Menschen von der Oberen Sieg kündigen 12000 Euro an, die wenigstens den Heimflug ermöglichen sollen.
Als die Portugiesen zusammen mit einem Fernsehteam am Montag in Herchen sitzen, sind es Peter Ewald und Monika Goldhorn, die überwältigt sind. Ein Sohn, der einige Zeit in Portugal gelebt hat, hat für sie Weihnachtsgrüße übersetzt, die sie mit dem versprochenen Geld in einen Umschlag gesteckt haben. „Männer weinten“, berichtet Monika Goldhorn, einen Tag später noch immer tief ergriffen. „Da geht einem Freude ins Herz, die einem niemand mehr nehmen kann“, ergänzt Ewald.
Kurz hatten die beiden Herchener Rentner Zweifel, ob sie selbst an die Öffentlichkeit gehen sollten. Doch jetzt überwiegt die Hoffnung, dass ihre Hilfsbereitschaft Kreise zieht. Ein Unternehmer der Ehrenfelder Baustelle hat bereits 1000 Euro pro Kopf zugesagt. Eine Spenderin aus der Eifel hart sich beteiligt. „Vielleicht fühlt sich ja auch eine Fluggesellschaft genötigt, etwas zu tun“, hofft Goldhorn.
Dass es nicht nur um die fünf Portugiesen geht, betont Peter Ewald. Außerdem gehe es gar nicht um irgendwelche Summen. Ein Bekannter gehe jeden Tag durch seinen Ort und lade Leute von der Straße für einen Euro zum Kaffee ein. Ein anderer stecke Menschen etwas zu, die Papierkörbe nach Pfandflaschen durchsuchen. Angesichts tausender Flüchtlinge und vieler Obdachloser gebe es genügend Stellen zum Helfen.
Für Monika Goldhorn und Peter Ewald geht der vorweihnachtliche Alltag weiter. Am Mittwoch wollen sie Pakete für die Klienten der Windeck/Eitorfer Tafel packen. Und für die Kinder und Enkel bleibe sicher auch noch etwas übrig, sind sie sich sicher.
Die Fünf Männer vom Bau haben ihre Dankbarkeit auf ganz besondere Weise gezeigt. Sie wollen daheim von dem Geschenk Lebensmittel für Menschen ohne Nahrung kaufen. Und für den Fall, dass sie am Ende doch noch ihren Lohn bekommen, haben sie ihren Unterstützern versprochen, das Geld aus Deutschland wieder für Hilfsbedürftige Menschen einzusetzen.
