Nach kurzem Widerstand musste sich der Eitorfer Bürgermeister geschlagen geben. Gegen die geballte Kraft der Jecken hatte er keine Chance.
Rathaussturm in EitorfDie Jecken bohren sich einfach durch die Wand

In Eitorf freuen sich die Karnevalisten über die Eroberung des Rathauses.
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Lange hat Bürgermeister Rainer Viehof gute Miene zum bösen Spiel gemacht, strahlte mit der Sonne um die Wette und schunkelte gut gelaunt mit seiner ersten Beigeordneten Iris Prinz-Klein zu „Kölsche Jung“ oder „Karnevalsmaus“.
Währenddessen marschierten die Eitorfer Karnevalsgesellschaften vor dem Rathaus auf und rückten dem Bürgermeister ordentlich auf die Pelle. Am Ende der nahezu endlosen Schlange an Karnevalisten zogen das Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar gemeinsam mit dem Eitorfer Festausschuss, inklusive glitzernder Pompons, ein. Doch Viehof, verkleidet als Zirkusdirektor, wollte nicht freiwillig aufgeben.
Hommage an die Eitorfer Kirmes: Bürgermeister muss sich im „Hau-den-Lukas“ messen
Nach Tänzen von der Närrischen Brückenwache, der Fidelen Funkengarde, der Turmgarde und den Mini-Kännchen, wurde es so langsam ernst für den Bürgermeister. Eine kurze Verschnaufpause hatte er nur, als Prinz Lukas I. für die Trainerin der Mini-Kännchen ein herrlich schiefes „Happy Birthday“ anstimmte. „Du kannst aufgeben, dann wird es nicht so peinlich für dich“, versuchte der Prinz es noch einmal, doch so leicht wollte es Viehof den Jecken nicht machen.
Dann war es so weit. Passend zum Motto: „Ejal, ob Kirmes oder Karneval, Fiere kann Eitorf allemol!“, holten die Narren die Attraktion „Hau-den-Lukas“ hervor. Eine Hommage an die Eitorfer Kirmes, die in diesem Jahr 880-jähriges Bestehen feiert. Noch tönte der Bürgermeister selbstbewusst „Ich werde mich nicht kampflos geschlagen geben“, doch auf die Unterstützung von Prinz-Klein musste er verzichten. Sie erzitterte beim bloßen Anblick der Attraktion und erklärte: „Da musst du alleine durch“.
Durch die Wand gebohrt: Bürgermeister Viehof kapituliert vor den Jecken
Kinderprinzessin Lena I. begann und legte ordentlich vor: Bei ihrem dritten Schlag läutete die Glocke – „volle Punktzahl“, rief Prinz Lukas I. sogleich. Auch beim Kinderprinz Finn I. lief es wie am Schnürchen und selbstverständlich läutete auch bei ihm die Glocke. Bevor Viehof an die Reihe kam, verdonnerte Prinzessin Jil I. ihn zu zehn Hampelmännern und Kniebeugen.

Bürgermeister Rainer Viehof (l.) musste gemeinsam mit Prinz Lukas I. Hampelmänner machen.
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Gut aufgewärmt, versuchte der Bürgermeister unter lauten Buhrufen sein Glück. Seine ersten zwei Schläge kamen jedoch nicht ansatzweise an die Kraft der Jecken heran.

Hatte keine Chance gegen die Karnevalisten: Bürgermeister Rainer Viehof bei „Hau-den-Lukas“.
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Kurz bevor er zu seinem letzten Schlag ansetzen konnte, strömte plötzlich Rauch aus einem offenen Fenster des Rathauses. Prinz Lukas I. lachte siegessicher: „Das, was die in Gelsenkirchen können, das können wir auch.“ Das Schauspiel auf dem Marktplatz war ein bloßes Ablenkungsmanöver gewesen. Der Adjutant des Prinzen hatte sich schon längst durch die Wand des Rathauses gebohrt. Rainer Viehof hatte keine andere Wahl, als aufzugeben. Fröhlich gab Prinz Lukas I. bekannt: „Fastelovend und Lachen ziehen jetzt ins Rathaus ein.“

