Renovierung in WindeckScheune wird zum Ferienprojekt

Die renovierte Scheune steht nun den Menschen in Schneppe wieder zur Verfügung.
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Windeck – Urlaub machen am Strand oder in den Bergen kann jeder. Die Werfener Familie Peth-Hollatz hat in diesen Ferien für sich eine Alternative entdeckt und eine alte Scheune mit Backes im Nachbarort Schneppe „verarztet“. Statt der Abrissbagger rückten Julia Peth und Steffen Hollatz mit ihren fünf Kindern an, räumten das 250 Jahre alte Gebäude auf und sorgten dafür, dass es wieder sicher steht.
Aufgefallen war dem Schreiner und Zimmerer Hollatz die alte Scheune im Nachbarort schon vor einiger Zeit. Für eine teure Renovierung des Baus fehlte dem Eigentümer das Geld. Unter anderem durch Regenwassergebühren stiegen in den vergangenen Jahren sogar noch die laufenden Kosten. So war der Abrissbagger bereits bestellt, als Steffen Hollatz auftauchte. „Wir wollten das Gebäude mitten im Ort zunächst einmal erhalten.“
Ein Wunsch, den sowohl der Eigentümer als auch andere Dorfbewohner in Schneppe teilten. In vielen Gesprächen wuchs gegenseitiges Vertrauen. Die Werfener Familie kaufte schließlich die Scheune samt dem kleinen Grundstück dahinter, auf dem etwa 20 hohe Fichten die Sicht versperrten und dem Ort das Licht nahmen.
Mit ihren Kindern, die zwischen fast zwei und fast 17 Jahren alt sind, zogen die Peth-Hollatz’ in den vergangenen Wochen „zehn- bis elfmal“ morgens um sieben los. Bis 11 Uhr wurde reingeklotzt. „Mit wechselnder Begeisterung“, wie Hollatz zugibt.
Die Fichten wurden gefällt, das Grundstück gerodet. Die Scheune haben sie gründlich aufgeräumt. Über Jahrzehnte gewachsenes Efeu, das den Bau fast erdrückte musste mühsam entfernt werden. Das Dach wurde abgedeckt. Gemeinsam mit Freunden richtete die Familie den Dachstuhl. Morsche Sparren wurden verstärkt. In den nächsten Tagen soll das Dach mit den alten Pfannen wieder gedeckt werden.
„Unsere Kinder haben erlebt, dass sich der Einsatz lohnt“, berichtet Julia Peth. Ihr Mann weiß aber auch zu berichten, dass es neben dem Scheunenprojekt auch Zeiten ohne Arbeit gab, Ausflüge mit der Bahn beispielsweise. Er ist sicher, dass die Kinder demnächst in der Schule einiges zu erzählen haben. Ob Mallorca und die Ostsee dann mit Schneppe konkurrieren können, wird sich zeigen. Was letztendlich mit der alten Scheune geschehen soll, wissen die Peth-Hollatz’ heute noch nicht. Mit den Nachbarn in Schneppe haben sie kürzlich Richtfest gefeiert. Ihnen wird die „verarztete“ Scheune jetzt erst einmal zur Verfügung stehen.
