Windkraft in OhmbachNeuer Standort für Windräder in Windeck geplant
Windeck – In Windeck können möglicherweise doch Windkraftanlagen (WKA) gebaut werden. Wie jetzt bekannt wurde, wird dafür das Gebiet „Ohmbach“ zwischen Leuscheid und Röcklingen ins Auge gefasst. Vor einigen Monaten hatte sich abgezeichnet, dass der ursprünglich angepeilte Standort auf der Nutscheid mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Artenschutzgründen nicht in Frage kommt. Dort gibt es fünf Horste des streng geschützten Schwarzstorches, auch der gefährdete Rotmilan ist dort zuhause. Auch deshalb hatten Naturschützer beantragt, große Teile des Nutscheid-Höhenzuges unter Naturschutz zustellen. Die Nachbargemeinde Ruppichteroth, mit der Windeck eine Energiepartnerschaft anstrebte, hat sich inzwischen ebenfalls von den gemeinsamen Nutscheid-Windplänen zurückgezogen.
Konkrete Pläne für drei Windräder
Jetzt gibt es aber offenbar wieder konkrete Pläne für das Ländchen. Angedacht sind drei Windräder für den neuen Standort, auch eine Betreiberfirma ist schon im Gespräch, die abklopfen soll, ob das Projekt machbar ist. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Artenschutzgutachten für die Ohmbach positiv ausfällt. Das würde ein Jahr dauern und rund 300 000 Euro kosten. Außerdem muss vorher auch noch die Stellungnahme der Flugsicherheit abgewartet werden, weil sich das Funkfeuer Cola in der Nachbarschaft befindet.
Kritik von Naturschützern am Projekt
Wie Ruth Bönisch vom Verein „WindeG“ erläutert, müsste die Betreiberfirma auch noch einmal das Windaufkommen vor Ort mit Hilfe von Lasertechnik messen. In WindeG arbeiten fast alle Parteien des Rates mit. Der Verein setzt sich dafür ein, dass eine Bürgergesellschaft die WKA betreibt und Bürger darin auch investieren können. Die örtlichen Naturschutzverbände haben allerdings bereits Ablehnung aus Gründen des Artenschutzes signalisiert. Eine WKA schade auch Fledermäusen und Zugvögeln und mache zudem Landschaft und Tourismus kaputt.
Für die SPD im Gemeinderat hat eine Bürgerbeteiligung bei der Neuordnung der Energiesituation und der Realisierung von Windkaftanlagen oberste Priorität, wie deren Fraktionschef Dieter Vollmer erneut bestätigte. Letztendlich müsse auch für den Haushalt der klammen Gemeinde etwas herausspringen, sagte Vollmer.
