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Fußball-KreispokalOberpleis folgt dem SV Bergheim ins Finale

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Mohamed Khabza

Den Ball im Visier: Mohamed Khabza (vorne) von den SF Troisdorf und Eric Zientz vom TuS Oberpleis. 

Der Bezirksligist setzt sich bei den SF Troisdorf mit 5:0 durch. Der gegnerische Trainer Denis Schorn verkündet überraschend seinen Abschied.

Am Dienstagabend ließ Denis-Hüseyin Schorn (36) die Bombe platzen. Nach dem Training informierte der Coach des Fußball-A-Ligisten SF Troisdorf 05 die Mannschaft über seinen Abschied im Sommer: „Es stimmt: Nach der Saison ist für mich Schluss.“ Unabhängig vom Ausgang des Aufstiegskampfes, wohlgemerkt. Schorn hatte vor einem Jahrzehnt als Teammanager bei den 05ern angefangen, ehe er zum Sportlichen Leiter aufstieg und im Sommer 2021 als Cheftrainer übernahm.

Seinen überraschenden Rücktritt führt das Troisdorfer Urgestein auf Differenzen mit der Vereinsführung zurück. Hauptstreitpunkt war die vermeintliche Zielkorrektur des Klubs für die laufende Saison: „Mir wurde mitgeteilt, dass man sich im Falle eines Nicht-Aufstiegs im Sommer nach einem neuen Trainer umschauen werde. Dabei haben wir vor der Saison einen Zwei-Jahres-Plan festgelegt, wonach der Sprung nach oben spätestens 2027 gelingen sollte.“

Ich hätte gerne selbst entschieden, ob ich unter den besagten Voraussetzungen weitermachen möchte
Denis Schorn, Trainer der SF Troisdorf 05

SF-Präsident Andreas Billeter bestätigt zwar Schorns Ausführungen, stellt aber klar: „Wir wollten Denis nicht böswillig unter Druck setzen. Aber Fakt ist: Wenn wir jetzt nicht aufsteigen, werden sich einige Parameter und nicht zuletzt unser Sponsorenpool ändern.“ Demnach müsste man bei einem Verbleib im Kreisliga-Oberhaus auch die sportlichen Ambitionen nach unten schrauben: „Wir wären dann wohl kaum mehr in der Lage, einen erneuten Anlauf Richtung Bezirksliga zu unternehmen. Auf dieses Szenario wollten wir nicht nur uns, sondern auch Denis vorbereiten. Damit er sich anderweitig umschauen kann – nicht zuletzt, um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.“

Schorn selbst zeigt sich „etwas irritiert. Ich hätte gerne selbst entschieden, ob ich unter den besagten Voraussetzungen weitermachen möchte. Und ich bin mir sicher, dass meine Antwort Ja gelautet hätte.“ Schließlich habe er in der Vergangenheit schon des Öfteren „deutlich lukrativere Angebote abgelehnt. Ganz einfach, weil ich Troisdorfer durch und durch bin.“

Zuschauer

Die Zuschauer auf der Anlage an der Carl-Diem-Straße sehen am Donnerstagabend ein unterhaltsames Pokalspiel.

Seine Spieler reagierten im ersten Moment geschockt auf die Nachricht. Doch zwei Tage später richtete sich ihr Fokus schon wieder voll und ganz auf das Kreispokal-Halbfinale gegen den Bezirksliga-Spitzenreiter TuS 05 Oberpleis. „Die Jungs haben alles reingeworfen“, sagte Schorn nach der 0:5 (0:1)-Niederlage. „Aber man muss die Qualität des Gegners neidlos anerkennen. Das war eine ganz andere Hausnummer.“

Der Halbzeitstand nach dem Treffer durch Ali Mortazawi (18.) war aus Troisdorfer Sicht schmeichelhaft gewesen, denn die Gäste überboten sich im ersten Durchgang im Auslassen von Großchancen. Dies hätte sich beinahe gerächt, denn SF-Akteur Fotios Goutzidis setzte den Ball kurz vor dem Wechsel knapp am Pfosten vorbei.

Nachdem Sebastian Witt zum wiederholten Mal an SF-Keeper Marcel Löwen gescheitert war (50.), befreite sich die Heimelf zunehmend aus der Umklammerung des Gegners. Doch mitten in eine Drangphase der SFT hinein vollstreckte Mortazawi einen Konter zum 2:0 (63.). Kurz darauf krönte der für den verletzten Goalgetter Nikolas Klosterhalfen im Sturmzentrum spielende Doppeltorschütze seine starke Leistung mit einer feinen Vorlage für Witt – 3:0 (64.). Anschließend waren es U-19-Spieler Shawn Niklas Dessel (75.) und Tim Dawar (77.), die das Ergebnis in die Höhe schraubten.

Oberpleis greift in Breitscheid nach dem Titel

Sehr zur Freude von Gästetrainer Essi Zamani: „Wir wollten heute auftreten wie ein Heimteam – und das ist uns gelungen. Wenn man in Troisdorf mit 5:0 gewinnt, hat man verdammt viel richtig gemacht.“ Während Oberpleis im Endspiel gegen den A-Liga-Spitzenreiter SV Bergheim also nach dem Titel greift, geht es für die SFT im „kleinen Finale“ gegen den gastgebenden FSV Neunkirchen-Seelscheid nur noch ums sportliche Prestige. Denn sämtliche vier Teams sind bereits für den Verbandspokal qualifiziert.

Der Endspieltag in Breitscheid findet am 14. Juni statt, also eine Woche nach dem Saisonfinale in der Liga. „Wir hätten die Bergheimer gerne wenigstens im Pokal besiegt“, sagt Schorn angesichts der beiden Liga-Vergleiche (2:2, 0:0). „Jetzt wollen wir zumindest das Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihnen um die Meisterschaft gewinnen.“ Für Schorn wäre es zumindest in sportlicher Hinsicht der perfekte Abschied.