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Ehemaliger Steinbruch Eudenbach in HennefFirma testet Flugmotoren im Hanfbachtal – Anwohner verärgert

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Hennef – „Rrrrrrrrrrrrrr.“ Laut schallt es durch das idyllische Hanfbachtal. „Rrrrrrrrrrrrrr.“ Von morgens früh bis zum späten Nachmittag. Fast nonstop erklingt das laute Brummen aus dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs Eudenbach im Wald. Ab und zu gibt es kurze Unterbrechungen, in denen die Anwohner vorsichtig ein Fenster öffnen, nur um es gleich wieder zuzuschlagen. Denn schon geht es weiter: „Rrrrrrrrrrrrrr.“

Wer an Kuhwiesen vorbei durch den dichten Wald einen steilen Hügel hinaufsteigt, entdeckt mitten im Naturschutzgebiet neben einem See ein Gebäude, aus dessen geöffneten Türen das laute Brummen schallt. Eine Flugzeugnase mit einem sich drehenden Propeller ist zu sehen. Die Firma Limbach Flugmotoren aus dem benachbarten Königswinter-Kotthausen testet auf dem verwilderten und abgeschiedenen Gelände neue Flugzeugmotoren.

„Das klingt wie ein wild gewordener Rasenmäher“, so ein Anwohner. „Man kann ja gar nicht mehr aus dem Haus gehen.“ Schon früher, so sagen langjährige Anrainer, habe es immer mal wieder diese lauten Geräusche gegeben, „aber nicht in diesem Maß wie jetzt.“

Genehmigung besteht seit 1987

Beim Amt für technischen Umweltschutz des Rhein-Sieg-Kreises sind einige Bürgerbeschwerden wegen des Dauerlärms eingegangen. „Die Firma hat eine Altgenehmigung für die Durchführung dieser Tests“, erklärt Bettina Heinrichs-Müller von der Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises auf Anfrage. Bei der Umwandlung des Gebiets rund um den ehemaligen Steinbruch zum Naturschutzgebiet im Jahr 2008 ist eine im Jahr 1987 erteilte Genehmigung bestehen geblieben. Sie erlaubt der Firma, die seit 1970 Motoren für Kleinflugzeuge entwickelt, weiterhin Tests „in bisheriger Form“ durchzuführen.

Doch über genau diese Formulierung stolpern nun die Anwohner: „Was heißt denn bisherige Form, es war doch sonst nicht über einen derart langen Zeitraum nahezu ununterbrochen so laut?“

Bei den Tests im Prüfstand im ehemaligen Steinbruch, erklärt Gerlinde Limbach, könne man vorher nicht absehen, wie und wo die Lärmentwicklung stattfindet. Diese sei von vielen Faktoren abhängig, unter anderem von den Witterungsbedingungen. „Wir führen in diesem Gebäude einmal wöchentlich einen Lauf über zwei Stunden durch“, erklärt Gerlinde Limbach aus der Firmenverwaltung.

Zuletzt sei ein neu entwickelter Flugzeugmotor des Typs L 2400 DX mit 160 PS in dem Gebäude getestet worden. Zehn Tage lang, über 55 Stunden, wie Heinrichs-Müller bestätigt. Jetzt seien die Tests aber abgeschlossen, Beschwerden seitens der Anwohner, räumt Gerlinde Limbach ein, habe es gegeben. „Wir haben uns bei allen Anrufern entschuldigt und sie über die Dauer informiert und darauf hingewiesen, dass es sich um eine absolute Ausnahme handelt.“ Das Zulassungsverfahren von EASA und Luftfahrtbundesamt fordere von der Firma einen 50-Stunden-Prüflauf mit Propeller.

„Den können wir nicht im geschlossenen Raum durchführen.“ Ist die Zertifizierung abgeschlossen, würden die weiteren Serienprüfläufe in einem schalldicht geschützten Raum am Firmengelände durchgeführt. Doch nach den Beschwerden der Bürger bei der Kreisverwaltung steht nun das Testgebäude im Naturschutzgebiet selber auf dem Prüfstand, wie Bettina Heinichs-Müller erläutert: „Der Kreis prüft derzeit mit der Stadt Hennef, ob diese Tests dort baurechtlich zulässig sind.“