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Gastro-TippGriechisch würzen und genießen in Hennef-Geistingen

3 min
Das Restaurant serviert eine vielfältige Auswahl an Vorspeisen, aber auch griechische Klassiker.

Das Restaurant serviert eine vielfältige Auswahl an Vorspeisen, aber auch griechische Klassiker.

Georgios Voulinos setzt auf die feine Küche der Heimat seiner Großeltern, bringt aber auch moderne Akzente in die Küche der Ouzeri Zur Glocke.

Er ist in Geistingen aufgewachsen, doch er kredenzt die feine Küche der Heimat seiner Großeltern: Seit acht Jahren betreibt Georgios Voulinos mit seiner Frau die Ouzeri Zur Glocke in Hennef. Er serviert griechische Klassiker, aber auch eine vielseitige Auswahl an Vorspeisen. Denn auch in Griechenland herrscht,wie in Spanien mit seinen Tapas, eine Kultur der kleinen Häppchen, die mehr als nur appetitanregend sein sollen.

Gern erklärt Voulinos den Gästen den Unterschied zwischen einer Ouzeri und einer Taverne. „Im Grunde ist es das Gleiche. In die Ouzeri geht man, um Ouzo zu trinken. Dabei bekommt man kleine kalte und warme Speisen serviert, wir nennen sie Mezes“, sagt der 37-Jährige. Er ist in Geistingen aufgewachsen, ging hier in den Kindergarten und in die Schule. Schon seine Eltern führten hier ein griechisches Restaurant, das Forum El Greco. 2004 gaben sie es aus persönlichen Gründen auf.

Ältestes Gebäude Hennefs

Bei Voulinos weckte das die Lust auf die Gastronomie, er machte eine Ausbildung zum Koch im Bonner Maritim-Hotel. Anschließend verbrachte er einige Jahre in Griechenland, wo er in verschiedenen Küchen arbeitete. Zuletzt führte er das Lokal am Golfplatz in Hennef. 2017 eröffnete Voulinos sein eigenes Restaurant, allerdings nicht im gleichen Gebäude, das heute ein Tapas-Restaurant beherbergt, sondern einige Meter weiter in der Glocke – zugleich das älteste Gebäude Hennefs.

Mediterrane Atmosphäre vermittelt der Gastraum der Ouzeri Zur Glocke.

Mediterrane Atmosphäre vermittelt der Gastraum der Ouzeri Zur Glocke.

„Es war zunächst nur zweite Wahl gewesen, im Nachhinein aber ganz gut, denn sonst wäre er nur mit seinem Vater verglichen worden“, glaubt seine Mutter Kalli Kalantidou. Das Lokal werde familiär geführt: „Wir haben einige junge Kellnerinnen, die meist vier bis fünf Jahre bleiben und anschließend immer mal wieder reinkommen. Gutes Personal hält man nicht allein mit Geld, man muss es in Entscheidungen einbinden“, weiß die erfahrene Gastronomin, die das Team zweimal in der Woche im Service unterstützt.

Georgios Voulinos und seine Mutter Kalli Kalantidou sind Urgesteine der Geistinger Gastronomie.

Georgios Voulinos und seine Mutter Kalli Kalantidou sind Urgesteine der Geistinger Gastronomie.

Gemäß dem Konzept einer Ouzeri serviert die Glocke ein vielseitiges Angebot an Mezes. Zaziki, Oliven, natürlich. Aber auch einen Auberginen-Salat mit Feta und Knoblauch. Zu den warmen Vorspeisen zählen der Kolokithokeftedes: kleine Zucchini-Reibekuchen mit Zaziki, oder Bougourdi: Drei-Käse-Pfanne mit Tomaten, Peperoni und Zwiebeln.

Voulinos kann aber nicht nur vegetarisch kochen, sondern bereitet auf Wunsch auch die fleischlastigen Klassiker der griechischen Küche zu: Souvlaki, Gyros und Lammkotelett. „Wir haben aber auch Kaninchen-Schenkel oder die Leber-Pfanne, das ist auch typisch griechisch, kriegt man aber nicht überall.“

Würzen wie in Griechenland

Voulinos will seine Speisen moderner anbieten, „authentischer“, wie er sagt. „Wir würzen die Gerichte so, wie sie in Griechenland gewürzt werden. Viele Restaurants haben sich dem deutschen Geschmack angepasst. Aber wenn man in einer griechischen Taverne nach Metaxa-Soße fragt, die es hier oft gibt, schauen die einen fragend an.“

Die Familie stammt aus der Gegend nördlich von Thessaloniki. „Wir fahren einmal im Jahr dorthin, meist in den Sommerferien. Ich sammle da auch immer ein paar Ideen. Ich bin Koch – wenn ich etwas serviert bekomme, analysiere ich das“, sagt Voulinos. Seine moderne Interpretation des Essens findet sich auch in der Gestaltung des Lokals wieder: Armlose Marmorstatuen sucht man vergeblich, stattdessen angenehm dezente hellblaue Rundscheiben an den Wänden, die an das Mittelmeer erinnern. „Das Restaurant hat sich so etabliert wie das meiner Eltern früher. Die Gäste sind froh, dass wir wieder da sind, und sagen, es schmeckt genauso gut, wenn nicht sogar besser.“

Ouzeri Zur Glocke | Bergstraße 10 in Hennef-Geistingen.

Öffnungszeiten Dienstags bis Sonntags von 17.30 bis 22 Uhr.

70 Sitzplätze drinnen, 120 draußen.

www.ouzeri-glocke.de