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Neues BaugebietInvestor weist Kritik der Initiative am Bau-Vorhaben in Hennef-Uckerath zurück

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Mustafa Kaya will auf einem Grundstück an der Straße Zum Scherbusch 44 Wohneinheiten bauen.

Mustafa Kaya will auf einem Grundstück an der Straße Zum Scherbusch 44 Wohneinheiten bauen.

Mustafa Kaya plant an der Straße Zum Scherbusch auf einer Fläche von rund einem Hektar 44 Wohneinheiten.

Nach den Anwohnern der Straße Zum Scherbusch meldet sich auch der Investor des Projekts in Hennef-Uckerath zu Wort. Mustafa Kaya plant dort den Bau von Doppelhaushälften, Ein - und Mehrfamilienhäusern auf einem rund einen rund Hektar großen Areal. Insgesamt, so betont er in einer Stellungnahme, sind 44 Wohneinheiten vorgesehen und nicht 68, wie die Mitglieder einer Initiative errechnet hatten.

Auch bei der Entwicklung dieses Baugebietes wird ein durchdachtes Stellplatzkonzept umgesetzt.
Investor Mustafa Kaya

Die von den Nachbarn geäußerten Befürchtungen zur Parksituation teilt er nicht. „Auch bei der Entwicklung dieses Baugebietes wird ein durchdachtes Stellplatzkonzept umgesetzt“, sagt Kaya. Neben den privaten, also den einzelnen Häusern zugeordneten Stellplätzen werde es auch öffentliche geben. Die Aussage, dass es bei der Anzahl der Wohneinheiten zu wenig Parkplätze gebe, hält er für reine Spekulation, die sich nicht mit den Tatsachen decke.

Der Bauunternehmer geht davon aus, dass die Anwohner alle innerhalb des Plangebiets ihre eigenen Parkmöglichkeiten nutzen. Den Zufahrtsbereich wird er auf eigene Kosten erschließen, das wertet er als Vorteil für die bisherigen Anwohner. Das hat er bereits mit dem Bauplanungsamt abgestimmt. Auch die notwendigen Gutachten - insbesondere nennt er den Artenschutz - werden durch ihn beauftragt.

Neun Einfamilienhäuser sind vorgesehen, dazu kommen 20 Doppelhaushälften und drei Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohneinheiten.

Neun Einfamilienhäuser sind vorgesehen, dazu kommen 20 Doppelhaushälften und drei Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohneinheiten.

Dezidiert äußert sich Kaya zum Regenwasser und dessen Abfluss. „Im Rahmen bereits laufender Fachplanungen wurden die Verkehrswege zum Beispiel mit Mittelrinnen zur Ableitung von Starkregen vorgesehen“, erklärt er. Grünflächen würden nicht komplett verschwinden, sondern in andere Ebenen verlagert - für alle Gebäude sind Gründächer vorgesehen. Ohne Versiegelung, das räumt er ein, werde es nicht gehen, diese werde auf das notwendige Maß reduziert. 

Die geplanten Gebäude werden nach KfW-40-Standard geplant

„Eine geplante, kontrollierte Ableitung des Regenwassers des zurzeit durchgehend geneigten Geländes dürfte auch vor diesem Hintergrund die Situation bei Starkregen wesentlich entschärfen“, argumentiert Kaya. Er geht davon aus, dass eine Gefährdung der darunter liegenden Grundstücke auszuschließen sei. Eine detaillierte und umfangreiche Abstimmung mit den Stadtbetrieben Hennef habe es bereits gegeben.

Die geplanten Gebäude plant er mit dem KfW-40-Standard, der hohe energetische Standards erfülle. Käufer könnten zinsgünstige Darlehen in Anspruch nehmen. Der Investor ist sich sicher, dass sich das Vorhaben in die Umgebung einpasse, weil es in unmittelbarer Nähe schon ein Sieben-Parteien-Haus gebe.

„Unabhängig davon sollte berücksichtigt werden, dass Nachverdichtung heute ein wichtiger Bestandteil einer zeitgemäßen Ortsentwicklung ist“, so Kaya. „So nachvollziehbar der Wunsch Einzelner nach großzügigem Wohnen im ländlichen Raum ist, so berechtigt ist auch der Wunsch anderer, ebenfalls dort leben zu können - gleiches Recht für alle.“

Das Vorhaben wird in einer Visualisierung aus der Vogelperspektive gezeigt.

Das Vorhaben wird in einer Visualisierung aus der Vogelperspektive gezeigt.

Die Argumentation der Initiative zum sozial geförderten Wohnungsbau teilt er nicht. Mieter mit Wohnberechtigungsschein sieht er als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft, meist Erwerbstätige mit geringem Einkommen, Familien oder Alleinerziehende sowie Senioren. Grundsätzlich teilt er die Bewertung nicht, dass sie sich kein Auto leisten könnten. Lediglich zwei der Mehrfamilienhäuser, also zehn Wohneinheiten, würden im Übrigen öffentlich gefördert.

Mustafa Kaya kritisiert die Mitglieder der Bürgerinitiative

Die Mitglieder der Bürgerinitiative kritisiert Kaya darüber hinaus persönlich. Eines wohne in dem genannten Mehrfamilienhaus, die Initiative aber vertrete die Meinung, dass solche Gebäude dort nicht hingehörten. Andere hätten geäußert, dass sie sich bewusst für das Leben im Nirgendwo entschieden hätten. Gleichzeitig aber würden sie in den engen Straßen unweit des Baugebiets einen Weinhandel betreiben, mit negativen Effekten durch Kunden- und Lieferverkehr.