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„Shared Space“ADFC zieht positive Bilanz für Überholverbot auf Frankfurter Straße in Hennef

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Ein neues Straßenschild gibt es in Hennef 
an drei Stellen in der Innenstadt an der Frankfurter Straße.

Das Verbotsschild an der Frankfurter Straße in Hennef, dass Radfahrer nicht von Autofahrern überholt werden dürfen.

Vor einem Jahr tauchte das Verkehrszeichen in der Stadt erstmals auf. Es verbietet das Überholen von Fahrrädern durch Autos.

Eine positive Bilanz zieht der Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Hennef (ADFC), Dr. Sigurd van Riesen, nach einem Jahr Überholverbot von Fahrrädern auf der Frankfurter Straße. Gleichwohl müsse oberstes Ziel die Umgestaltung sein. Vor einem Jahr tauchte das Verkehrszeichen in der Stadt erstmals auf. Es verbietet das Überholen von einspurigen durch mehrspurige Fahrzeuge. Das betrifft übrigens auch Krafträder mit Beiwagen.

So neu war es nicht, in der Straßenverkehrsordnung ist ein solches Verbot seit April 2020 verankert. Der ADFC hatte es sofort beantragt, aber die Beratungen innerhalb der Behörden, etwa mit dem Kreis-Straßenverkehrsamt, so van Riesen, hätten fast zwei Jahre gedauert. Die Verwaltungsvorschriften und Auslegungshilfen des Bundes lagen noch nicht vor. „Es gab immer wieder heikle und sogar gefährliche Situationen im zentralen Bereich der Frankfurter Straße zwischen Lindenstraße und Bachstraße“, begründete van Riesen den Schritt, „Radfahrende wurden ohne den notwendigen Abstand und sogar unter Nutzung der Gegenfahrbahn jenseits der Laternen überholt.“

ADFC fordert mehr Polizeikontrollen an Frankfurter Straße

Den vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten sei schlicht unmöglich gewesen. Im Februar 2022 wurden die Schilder mit dem ungewohnten roten Auto neben den beiden schwarzen Piktogrammen für Fahrrad und Motorrad schließlich aufgestellt. Seitdem könnten auch vorsichtige Radfahrer, nachdem sie seit 2019 nicht mehr auf dem Gehweg fahren durften, „selbstbewusster auf der Straße fahren, wenn sie möchten – auch nebeneinander; was jetzt erlaubt ist, soweit der Verkehr nicht behindert wird“, teilt der ADFC mit.

Allerdings beobachten die Interessenvertreter, dass immer noch überholt werde, möglicherweise aus Unkenntnis oder weil die Beschilderung übersehen werde. Manchmal bedrängten eng auffahrende Autos Radfahrende. Der ADFC fordert deshalb mehr Polizeikontrollen. „Auf lange Sicht gibt es keine Alternative zu einer Neuaufteilung des Straßenraumes in der Frankfurter Straße, weil die Situation für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer weiterhin unbefriedigend ist“, erklärt van Riesen. „Einen lebenswerten und sicheren Straßenraum würde eine Regelung nach „Shared Space“ bedeuten, bei dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind.“

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