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AltenheimNeubau mit Wohnzimmer-Atmosphäre

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Lohmar – „Ich lebe seit zwei Monaten hier im Heim“, sagte Ingrid Schubert; „und als Neubewohnerin sage ich Ihnen: Ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Essen und Trinken schmecken wunderbar. Das Personal ist so freundlich, dass man sich nur bedanken kann.“ Der zweite Bauabschnitt des evangelischen Altenheims Lohmar an der Hermann-Löns-Straße wurde am Samstag eingeweiht. Dass nicht nur Bürgermeister Horst Krybus und Kirchenvertreter Begrüßungsworte sprachen, sondern auch eine Heimbewohnerin zu Wort kam, spricht für den guten Geist des Hauses. Ebenso die große Gästeschar, die sich im neuen Foyer und auf der Terrasse drängte, um den Gottesdienst zu feiern, den Klängen von Blasensemble und -orchester Lohmar oder einem Vortrag über Bewegung im Alter zu lauschen.

„Keine Bettenburg – eine kleine, familiäre Seniorenresidenz mit möglichst viele ebenerdigen Zimmern, die sich gut ins Ortsbild einpasst“: So war schon das 2009 eröffnete Altenheim mit 26 Einzelzimmern geplant, wie Superintendent Reinhard Bartha erklärte. Bei diesem Konzept ist es geblieben, trotz der zusätzlichen 51 Einzelzimmer. „Wichtig war uns, Wohnzimmeratmosphäre und Gemütlichkeit zu bewahren“, so Bartha. Die große Nachfrage und die schnelle Vollbelegung zeigten, dass dieses Altenheim ein guter Platz zum Leben sei. Was auch Horst Krybus bestätigte, der freilich weiter in die Zukunft blickte. Der Bedarf sei nun für die nächsten Jahre gedeckt; „aber es ist klar, dass wir ab 2025 noch mehr Plätze brauchen. Vielleicht können wir ja auch in einem Ort wie Birk eine Alteneinrichtung schaffen.“ Zugleich stelle sich die Frage: „Wie können wir es schaffen, möglichst viele Menschen an ihrem Ort zu belassen?“

Kein „dumpfes Altenheim“

„Das verständliche Herzeleid, das eigene Zuhause verlassen zu müssen“, könne man den Senioren nicht nehmen, sagte Bartha; sehr wohl aber die Angst vor „dumpfen Altenheimen“. Zu denen gehört die Einrichtung in Lohmar ebensowenig wie das Schwesterhaus in Lohmar-Wahlscheid. Das machten nicht nur die von Bartha genannten Zahlen deutlich: In beiden Häusern kümmern sich 200 bezahlte Kräfte und 72 Ehrenamtler um das Wohl der Bewohner. Das zeigte auch ein Rundgang mit den Heimleiterinnen Judith Klein und Michaela Baumann. Zahlreiche Gäste führten sie durch den neuen Trakt, der zehn Millionen Euro gekostet hat.

Wie der erste Bauabschnitt ist er hell und freundlich gestaltet, mit zwei großen Aufenthaltsräumen, in denen sich die Bewohner individuell Frühstück und Abendessen zusammenstellen können, mit großem Balkon sowie Dachterrasse. Wasser, Stein, Holz: Großformatige Naturfotografien in den Fluren geben jeder Etage ein anderes Gesicht. Die Zimmer, davon viele mit kleiner Terrasse, haben automatisch verstellbare Niedrigbetten, eine Minibar und einen Tresor. „Das ist ja wie in einem Vier-Sterne-Hotel“, lobte ein Gast, der auch den Preis dieses Komforts wissen wollte: Der beträgt zwischen 2300 und rund 3000 Euro pro Monat; so hoch ist der zu zahlende Eigenanteil je nach Pflegestufe.

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