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Gastfreundschaft rächt sichRathaussturm in Lohmar nach drinnen verlegt

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Rathaussturm Lo0hmar

Theo (neun Monate, auf dem Arm von Vater Andreas) sorgte für die entscheidenden Treffer beim Rathaussturm. 

Lohmar – Hat das laue Lüftchen „Sabine“ den Muff aus den Büros geblasen? Keineswegs, „ihr Weicheier habt ja die Fenster zugemacht“, pflaumte Norbert Muskatewitz von der KG „Ahl Jecke“ die Stadtspitze beim traditionellen Klaaf an. Worauf Brigitte Bäcker-Gerdes konterte: „Wir haben den Sturm genauso nicht reingelassen, wie wir euch heute nicht reinlassen.“

Da aber irrte die Stellvertreterin von Bürgermeister Horst Krybus, die mit Kollegin Gabriele Krichbaum und dem Chef das Rathaus verteidigte. Denn die Angreifer waren schon bis ins Foyer vorgedrungen.

Schutz vor Dauerregen

Der Bürgermeister hatte sich gnädig gezeigt und den Jecken ausnahmsweise Schutz vor dem Dauerregen gewährt. Das sollte sich rächen, nahmen die Närrinnen und Narren doch kurzzeitig den Ratssaal in Beschlag. „Lieber Horst, lass uns rein, sonst wird Heide eingezäunt, und es heißt ,Birk first’.

Und du darfst den Zaun bezahlen“, warnte Muskatewitz. Von solch harmlosen Drohungen ließ sich der gebürtige Bayer Krybus zunächst nicht einschüchtern. Stand er doch „auf der dunklen Seite der Macht“, und die ist bekanntlich schlau.

Juniortüte

Doch auch Prinz Hans I., der mit Prinzessin Sarah aus dem „Bergdorf“ Birk angerückt war, zeigte sich gut „drop“. Das sei er, seit er als Kind mit seinen Eltern im Amsterdam im Coffeeshop war und die gefragt wurden: „Wollen Sie ’ne Juniortüte?“

Die gab’s im Rathaus nicht, dafür „Freibier for Future“ – allerdings erst, als die Sieger nach dem Gewinnspiel „4 gewinnt“ geehrt wurden. Vergebens stemmte sich die Stadtspitze gegen die Kraft dreier Generationen – Prinz Hans, Sohn Andreas und Enkel Theo (neun Monate) errangen einen 2:1-Sieg.

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„Wir belästigen dich nur noch einmal, und zwar am Dienstag mit dem Ääzebär“, munterte Muskatewitz den Stadtchef auf.

Der tröstete sich mit der Tatsache, dass er seinem Nachfolger dann nicht Reste seines Hennessy-Vorrats hinterlassen musste. Denn die wurden selbstverständlich von den Jecken vernichtet.