Plötzlich waren in Lohmar zwei Schafe von der Weide verschwunden. Ihre Besitzer suchten sie, auch die Feuerwehr war im Einsatz und es kam zu einer dramatischen Rettungsaktion an der Agger.
Rettung aus der AggerSchaf Schnucki in Lohmar aus dem Wasser gezogen

Glücklich wird Schnucki von Besitzerin Heike Liebig in Empfang genommen.
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Wer auf Nummer sicher geht, der bringt laut einer Redewendung sein Schäfchen ins Trockene. Die Familien Liebig und Dittmar aus Lohmar haben das am Mittwochabend wörtlich getan, denn eins ihrer Schafe war in der Nähe der Kläranlage in Donrath am 9. November 2022 in die Agger gefallen. Die Feuerwehr brachte „Schnucki“ ans Ufer. Mit Freundin „Resi“ lebt das Schaf normalerweise auf einer Wiese am oberen Ende des Kuttenkauler Wegs bei Weegen.
Familien baten in einer Facebook-Gruppe um Hilfe
Von dort waren die beiden am Mittwoch ausgebüxt. Sie hätten sofort begonnen, die gesamte Umgebung abzusuchen, seien sogar bis nach Halberg gefahren, berichteten Heike Liebig und Sandra Dittmar. Dorthin war „Schnucki“ schon einmal gelaufen, als sie den Zaun überwunden hatte. Auch in einer Facebook-Gruppe baten die Familien um Hilfe. Der Weg, den die Weltenbummlerinnen auf sich genommen haben, verwundert die beiden Schwestern am meisten: Denn ihre Schafe müssen den kurvenreichen Kuttenkauler Weg hinuntergelaufen sein – und das stark befahrene Donrather Dreieck sicher überquert haben. Von dort zogen sie in Richtung der Kläranlage und auf den Weg, der unter der Autobahn 3 entlang führt.
Schnucki wurde völlig erschöpft in der Agger entdeckt
Jenseits davon fängt eine weitläufige Wiese an. Hier entdeckte ein Lohmarer die beiden Schafe und postete das Bild auf Facebook. Die beiden Schwestern und ihre Helferinnen eilten, da dämmerte es bereits, zum Aggerufer. Doch sie fand nur die zahme „Resi“, die sich friedlich in einem Anhänger verfrachten ließ. Ihre „Schnucki“ entdeckten die Frauen im Wasser. Alle Rufe und das Locken mit Futter halfen nicht: Stur, vielleicht aber auch nur erschöpft, stand das Schaf im Wasser.

Gemeinsam ziehen die Helferinnen und Helfer Schnucki ans Ufer.
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Liebig rief einen Bekannten an, der Mitglied der Lohmarer Feuerwehr ist. Der kontaktierte die Leitstelle, die gegen 18.30 Uhr unter dem Stichwort „Tiernot: Schaf in Agger“ weitere Kräfte zum Fluss beorderte. Liebig, Dittmar und ihre Helferinnen feuerten die beiden lautstark an und riefen ihnen Hinweise zu, wie das Tier richtig anzufassen sei.
Die Feuerwehrleute legten ihm einen Strick um den Hals und schoben das Schaf durch das knietiefe Wasser ans Ufer. Die Kraft, empor zu klettern, hatte „Schnucki“ nicht mehr – gemeinsam hoben die Helferinnen und Helfer sie zurück auf die Wiese, wo schon „Resi“ einem in Anhänger auf sie wartete. Überglücklich brachten die Familien ihre beiden Tiere zurück auf die heimische Koppel.
Und Heike Liebig und Sandra Dittmar werden ab jetzt jeden Tag vor dem Einschlafen Schafe zählen.
