Schiffahrter Straße/B 484 in LohmarMaßnahmen nach Unfall gefordert

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Lohmar – Dieter Siegberg hat es aufgegeben, provokante Statements entschärfen zu wollen. „Ich sehe absolut keinen Handlungsbedarf“, bekräftigt der Leiter des Straßenverkehrsamtes deshalb mit einer gewissen Schicksalsergebenheit. Zwei Tage nach einem erneuten schweren Unfall an der Kreuzung Schiffahrter Straße/B 484 erklärt Siegberg auf Anfrage, selbstverständlich erkenne auch er an, dass sich immer wieder Unfälle ereignen, teils mit gravierenden Folgen.
„Aber es war menschliches Versagen. Und das ist mit Mitteln der Straßenverkehrsordnung nicht in den Griff zu kriegen.“ Auch mit dem von der Stadt beschlossenen Tempo 50 wäre die fatale Begegnung zweier Autofahrer nicht anders ausgegangen. Das Unglück, so Siegberg, hätte sich nur mit zwei Mitteln vermeiden lassen: „Kreisel oder Ampel“.
Parteien melden sich zu Wort
Am Tag danach meldeten sich auch die örtlichen Parteien zu Wort. Wie die Grünen mitteilten, sei es „nur schwer zu ertragen, dass ein schwerer Unfall nach dem anderen geschieht, ohne dass der Landesbetrieb Straßenbau und der Kreis endlich akzeptieren, dass es sich bei der Kreuzung B 484/ Schiffarther Straße um eine Unfallhäufungsstelle handelt.“ Eine Unfallhäufungsstelle ist laut Polizeisprecher Burkhard Rick per definitionem aber ein Ort, an dem sich binnen eines Kalenderjahres mindestens drei Unfälle gleichen Grundtyps (zum Beispiel Abbiegevorgänge) mit Getöteten oder Verletzten ereignen oder an dem innerhalb von drei Jahren mindestens drei Unfälle mit Toten oder Schwerverletzten geschehen. Und diese Voraussetzungen sind in Wahlscheid nicht erfüllt.
Immerhin: Ermittlungen, so Rick, hätten ergeben, dass das entgegen kommende Fahrzeug am Samstag nicht zu schnell war.
Doch die Grünen fordern Ergebnisse: „Wir finden es unverantwortlich, dass nach der Ablehnung des Kreisels durch den Landesbetrieb dazu bis heute schlicht keine Antwort des Landesbetriebes Straßenbau vorliegt“, schrieben Ratsfrau Claudia Wieja und Fraktionschef Charly Göllner weiter.
Der Bauausschuss hatte neben der Einrichtung eines Kreisels ersatzweise vorgeschlagen, die Verkehrsinsel mit dem Fußgängerüberweg auf der nördlichen Seite zu entfernen und provisorisch auf der Südseite der Kreuzung anzulegen. So sollten von Overath kommende Linksabbieger Platz haben, sich links einzuordnen, ohne nachfolgende Fahrzeuge zu blockieren. Doch damit sei es nicht getan: „Geradezu ein Stück aus dem Tollhaus ist der Umstand, dass es an dieser Stelle immer noch keine Begrenzung auf Tempo 50 gibt, wie sie der Bau- und Verkehrsausschuss auf unseren Antrag hin vor Monaten beschlossen hat“, zürnen die Grünen.
Die entsprechende Anordnung durch die Stadt sei erfolgt. „Trotzdem sind die Schilder vom Landesbetrieb seit mehr als sechs Wochen wegen angeblicher Beschaffungsprobleme nicht aufgestellt worden.“ Auch SPD-Fraktionsvorsitzende Gisela Becker kritisierte die Wartezeit: „Die Geschwindigkeitsbegrenzung muss sofort umgesetzt werden, Messungen müssen bei der Durchsetzung dieser Begrenzungen unterstützend eingesetzt werden.“ Die Argumentation „kein Unfallschwerpunkt„ sei für Bürger und Politik nicht nachzuvollziehen „und ein Hohn für die vielen Unfallopfer der vergangenen Monate.“

