Abo

Vor baulichen VeränderungenSatzung soll historische Fassaden in Niederkassel schützen

2 min
Neuer Inhalt

Historische und moderne Fassaden liegen nebeneinander. Teile des Ortskerns in Niederkassel-Mondorf sollen durch eine Erhaltungssatzung geschützt werden.

Niederkassel – Teile der Unterdorfstraße in Mondorf sollen als Zeugnisse der historischen und städtebaulichen Entwicklung Niederkassels vor gravierenden baulichen Veränderungen bewahrt werden. Dafür hat sich der Planungs- und Verkehrsausschuss des Stadtrates einstimmig ausgesprochen.

Auf Anregung der CDU-Fraktion beauftragte der Ausschuss die Stadtverwaltung, eine Erhaltungssatzung oder ähnliche rechtliche Regelungen für das Gebiet auszuarbeiten, um orts- und gebietstypische, prägende und schützenswerte Gebäude für die Nachwelt erhalten zu können. Auch Oberdorfstraße, Kellergasse, Korngasse, Thelengasse und Oberste Gasse sollen demnach auf solche schützenswerte Bauten untersucht werden.

Neubauten sollen alte Häuser optisch nicht erdrücken

„Solche Gebäude, die es Wert sind, geschützt zu werden, haben wir im Niederkasseler Stadtgebiet kaum noch“, erläuterte Fraktionschef Marcus Kitz den Vorstoß der CDU. Außer im Mondorfer Ortskern seien sie stadtweit wohl nur noch auf Teilen der Unterstraße in Rheidt zu finden. Für SPD-Fraktionschef Matthias Großgarten ist wichtig, dass die geplante Satzung „die wenigen kleinen Häuser, die erahnen lassen, wie Niederkassel früher mal aussah“, von Neubauten optisch nicht erdrückt werden.

Sascha Essig, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, bezweifelt, ob eine Erhaltungssatzung das richtige Mittel sei, das von allen Fraktionen angestrebte Ziel zu erreichen. „Damit schützt man dann auch benachbarte Gebäude aus den 50er und 60er Jahren, die nicht so schön sind“, gab er zu bedenken. Wichtig sei auch, nicht nur den Status quo von Vierteln zu erhalten, sondern sie weiterzuentwickeln.

Das könnte Sie auch interessieren:

Im vergangenen Jahr hatte der Rat der Stadt bereits eine Erhaltungssatzung für die sogenannte Rutschbahn-Siedlung in Niederkassel-Ort erlassen. Die Siedlung mit den charakteristischen Backsteinbauten verdankt ihren Namen der ungewöhnlichen Dachform. Bei den Wohnhäusern handelt es sich um mit Pultdächern versehenen Kuben. Das Ensemble an der Sebastianstraße war Ende der 50er Jahre im Auftrag der katholischen Kirchengemeinde St. Matthäus und des Verbandes katholischer Siedler nach Entwürfen des renommierten Kölner Architekten Gottfried Böhm errichtet worden. Ein Versuch, die Siedlung unter Denkmalschutz stellen zu lassen, war gescheitert.