Abo

Mit KI-UnterstützungNiederkasseler Schulleiter schreibt Kinder-Krimi zur Leseförderung

3 min
Florian Emrich-Förster ist Leiter der Gemeinschaftsgrundschule Niederkassel-Ort. Mit der Hilfe von KI hat er den Kinderkrimi „Alarmstufe Alaaf“ geschrieben.

Florian Emrich-Förster ist Leiter der Gemeinschaftsgrundschule Niederkassel-Ort. Mit der Hilfe von KI hat er den Kinderkrimi „Alarmstufe Alaaf“ geschrieben.

Weil er Kinder zum Lesen animieren will, hat der Niederkasseler Schulleiter Florian Emrich-Förster kurzerhand ein Buch geschrieben – mit KI-Unterstützung.

Für Krimi- und Abenteuer-Geschichten hat sich Florian Emrich-Förster schon als Kind interessiert. „TKKG und die Drei Fragezeichen habe ich damals mit Begeisterung gelesen“, schildert der Leiter der Gemeinschaftsgrundschule Niederkassel-Ort. „Und heute höre ich wie viele andere Erwachsene die Hörspielfassungen der Geschichten zum Einschlafen.“ Was Emrich Förster früher bei der Lektüre gewundert hat, ist, dass viele der Geschichten nur in großen Städten spielen. „Warum eigentlich nicht in kleinen Städten oder Gemeinden?“, fragt der Schulleiter, der lange in Neunkirchen-Seelscheid gelebt hat und inzwischen Niederkasseler ist.

Einen Krimi oder je nach Interpretation eine Abenteuergeschichte für Kinder von acht is zwölf Jahren, die in einer Kleinstadt – in Niederkassel – spielt, hat Emrich-Förster jetzt kurzerhand selbst geschrieben. Ein Herzensprojekt, wie er betont. „Alarmstufe Alaaf“ heißt das Buch, dass er als Crowfunding-Projekt herausgebracht hat.

Die Geschichte spielt im Niederkasseler Karneval

Die Geschichte spielt im Niederkasseler Karneval. In der Klasse 4c der Gemeinschaftsgrundschule herrscht Ausnahmezustand, denn der Wettbewerb um den goldenen Bagagewagen steht an. Während eine rivalisierende Gruppe mit teurer Technik protzt, setzen die Grundschüler Lina, Tim, Emma und Ben auf Kreativität.

Im Keller der Schule finden sie Hinweise auf das „Zepter der Einheit“, das der einst neu gegründeten Karnevalsgesellschaft Blau-Gelb überreicht werden sollte, dann aber spurlos verschwand. Es folgt eine abenteurliche Schnitzeljagd, die die Kindern quer durch ihre Stadt führt: von der Rheidter Linde über den Turm der Ägidiuskapelle bis zu einer vergessenen Scheune in Stockem.

„Kinder lesen lieber, wenn sie Schauplätze und Personen wiedererkennen“, ist Emrich-Förster überzeugt. Diese Erfahrung hat er in der Vergangenheit bereits mehrfach gemacht, etwa als er in der Vorweihnachtszeit für die Grundschülerinnen und -schüler einen Adventskalender gestaltete, hinter dessen Türchen von ihm geschriebene kleine Geschichten steckten. 

Kinder erleben das Lesen inzwischen immer seltener als schöne Möglichkeit der Freizeitgestaltung
Florian Emrich-Förster, Leiter der GGS Niederkassel

Leseförderung ist dem Schulleiter, der auch selbst eine Rolle in der Geschichte spielt, ein großes Anliegen. Auch in Niederkassel, ist seine Erfahrung, wird in den Familien immer weniger gelesen. „Das gilt längst nicht nur für Familien mit Migrationshintergrund“, betont er. „Auch in anderen Familien erleben Kinder das Lesen inzwischen immer seltener als schöne Möglichkeit der Freizeitgestaltung.“

Das Schreiben des Buches war für ihn zugleich ein Experiment. Die Geschichten entstanden unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz. „Als Schulleiter ist es mir wichtig, Medienkompetenz nicht nur zu predigen, sondern praktisch anzuwenden“, sagt der Autor. Er nutze KI-Tools deshalb als kreativen Sparringspartner beim Schreiben, aber auch bei der Illustration des Buches. „Eine Bebilderung durch einen professionellen Illustrator hätte ich mir in diesem Rahmen ehrlich gesagt auch gar nicht leisten können“, räumt er ein.

Finanziert wurde das rund 200-seitige Werk durch Crowdfunding, bei dem genug Geld zusammenkam, um das Buch in einer Auflage von 100 Expemplaren drucken zu lassen. Rund 50 Bücher werden jetzt an die Unterstützerinnen und Unterstützer des Projektes verteilt. Weitere Exemplare sollen an Schubüchereien, die Stadtbibliothek und andere Einrichtungen gehen.