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Nach Rückzug des SV NiederbachemFußball-Bezirksliga 2 sucht nur noch einen Absteiger

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Sascha Strack

Trainer Sascha Strack und der VfR Hangelar bekommen nachträglich drei Punkte abgezogen.

Der Rückzug hat die Tabelle ordentlich durcheinandergewirbelt. Wahlscheid profitiert, der Hangelarer Trainer fordert eine Anpassung des Regelwerks.  

Da waren es nur noch 14 Teams. Nachdem der SV Vorgebirge bereits vor dem Anpfiff dieser Fußball-Bezirksliga-Saison seine Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hatte, ereilte den SV Niederbachem nun das gleiche Schicksal. Der bis dato Drittletzte zog die Konsequenz aus der in der Winterpause erfolgten Abmeldeflut (14 Abgänge) und meldete seine Equipe mit sofortiger Wirkung ab. Der Vorsitzende Hermann Esser sprach von einem „Entschluss schweren Herzens. Für mich persönlich ist es eine Riesenenttäuschung.“

Damit stehen mit Niederbachem und Vorgebirge bereits zwei Vereine fest, die im Sommer den Gang in die Kreisliga A antreten werden. Gesucht wird in der Rückrunde demnach nur noch ein weiterer Absteiger. Nicht zuletzt für die Teams aus dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis hat der Rückzug erhebliche Auswirkungen, denn alle bisherigen Partien mit Beteiligung des SVN wurden annulliert. Jene Teams, die in der Hinrunde gegen Niederbachem siegreich waren, werden demnach „bestraft“: So bekommen der TuS Buisdorf und VfR Hangelar jeweils drei Zähler abgezogen, während der SV Leuscheid angesichts des Remis gegen Niederbachem (2:2) nun mit einem Punkt weniger dasteht.

Wir wollen zeigen, dass wir den Klassenerhalt am Ende auch ohne fremde Hilfe geschafft hätten
Pascale Spies, Trainer des Wahlscheider SV

Die Karten im Abstiegskampf sind also neu gemischt, wobei der Wahlscheider SV als großer Profiteur hervorgeht: Das in der Hinrunde in Niederbachem leer ausgegangene Schlusslicht (8 Punkte) hat plötzlich nämlich „nur“ noch vier Zähler Rückstand auf den SV Deutz 05 II (12) und VfR Hangelar (12) – und damit aufs rettende Ufer. Buisdorf (14), Uckerath (16) und Leuscheid (16) folgen auf den weiteren Plätzen.

Für den Uckerather Trainer Frank Süß kam der Niederbachemer Rückzug „völlig überraschend. Mein erster Gedanke war: Mist, wieder ein spielfreies Wochenende mehr. Aber klar: Rein tabellarisch gesehen haben wir angesichts unserer Niederlage gegen Niederbachem (2:6, Anm. d. Red.) profitiert.“ Der Wahlscheider Trainer Pascale Spies bewertet den Entschluss des SVN auch mit einem weinenden Auge: „Es ist immer schade, wenn ein Verein diesen Weg gehen muss. Auch wenn uns die neue Punktekonstellation einen zusätzlichen Schub gibt: Wir sind so oder so richtig heiß auf die Rückrunde und wollen zeigen, dass wir den Klassenerhalt am Ende auch ohne fremde Hilfe geschafft hätten.“

Sieg des VfR Hangelar löst sich in Luft auf

Hängende Köpfe gab es indes in Hangelar, denn der 6:3-Sieg in Niederbachem am letzten Hinrundenspieltag hat sich quasi in Luft aufgelöst. „Das ist echt beschissen, denn die drei Punkte standen uns sehr gut zu Gesicht“, so VfR-Trainer Sascha Strack. Seiner Meinung nach müsse das Regelwerk überdacht werden: „Da jede Mannschaft bereits gegen Niederbachem gespielt hat, wäre es doch nur logisch, wenn man die Ergebnisse der Hinrunde auch werten würde.“ Immerhin: Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat sich aus Hangelarer Sicht nicht verändert, denn die Hinrunde beendete man ursprünglich mit einem Vier-Punkte-Polster auf Niederbachem.