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Entlastung für HaushalteSo sinken die Energiepreise 2026 im Rhein-Sieg-Kreis – Eine Übersicht

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Eine Person liest den Zählerstand auf einem Stromzähler ab.

Die Energiepreise sinken, auch im Rhein-Sieg-Kreis. So profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher. (Symbolbild)

Die Bundesregierung hat zum 1. Januar Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise umgesetzt. Wie die Verbraucher im Rhein-Sieg-Kreis profitieren.

Bezuschusste Strom-Netzentgelte und abgeschaffte Gasspeicherumlage: Mit diesen Schritten will die Bundesregierung ab diesem Jahr die Energiepreise deutlich senken.

Davon sollen direkt Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren. Laut Mitteilung der Bundesregierung sollen Haushalte, die Strom und Gas beziehen, im Jahr 2026 durchschnittlich etwa 160 Euro sparen können. Beim Gas werden so die Kosten, die durch die staatlich angeordnete Befüllung der Gasspeicher aufgrund der Energiekrise entstanden sind, nicht mehr auf die Gaskunden umgelegt.

6,5 Milliarden Euro Zuschuss der Bundesregierung

Mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro bezuschusst die Bundesregierung die Übertragungsnetzbetreiber beim Strom. Dadurch sinken die Netzentgelte trotz steigender Investitionen in modernere und sichere Stromnetze. Wie stark sie sinken, ist allerdings regional unterschiedlich.

Wir haben bei einigen kleineren und größeren regionalen Anbietern im Rhein-Sieg-Kreis nachgefragt, wie sie die Preissenkungen auf ihre Kunden übertragen. Der Tenor: Sie werden durchweg direkt weitergegeben.

Troisdorf

Die Stadtwerke Troisdorf hätten ihre Strompreise zum 1. Januar gesenkt, teilt Sprecherin Daniela Simon auf Anfrage mit. Von dieser Preisanpassung profitierten alle Troisdorfer Kundinnen und Kunden. „Ausgeschlossen sind lediglich Tarife mit Preisbindung sowie individuell abgeschlossene Sonderverträge.“

Wie Simon weiter erläutert, ist das möglich durch die gesunkenen Netzentgelte, günstigere Einkaufspreise sowie „unsere vorausschauende und effiziente Beschaffungsstrategie“. Die Preisvorteile würden in vollem Umfang direkt an die Kundinnen und Kunden weitergegeben.

Arbeitspreis für Strom in Troisdorf gesunken

Der neue Arbeitspreis der Grundversorgung in Troisdorf liegt demnach seit dem 1. Januar bei 34,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) brutto (zuvor waren es 36,04 Cent). Die Preissenkung beträgt also 1,54 Cent pro Kilowattstunde. Der ausgewiesene Arbeitspreis gilt für den Grundversorgungstarif der Stadtwerke Troisdorf. Dieser ist bewusst als stabiler Basistarif ohne Vertragsbindung konzipiert und daher nicht unmittelbar mit zeitlich befristeten Sondertarifen anderer Anbieter vergleichbar, erklären die Stadtwerke.

Darüber hinaus bieten die Stadtwerke Troisdorf verschiedene Sonder- und Online-Tarife an, die – abhängig vom individuellen Verbrauch – preislich günstiger sein können. Dazu zählt unter anderem ein Festpreistarif, mit dem sich Kundinnen und Kunden einen Arbeitspreis von 31,37 Cent pro Kilowattstunde bis Ende 2026 sichern können. Für einen aussagekräftigen Preisvergleich sei jedoch nicht allein der Arbeitspreis entscheidend, betonen die Stadtwerke Troisdorf.

Beste Tarifoption für Kunden hängt vom persönlichen Verbrauchsprofil ab

Auch der Grundpreis stelle inzwischen eine relevante Kostenkomponente dar. Welche Tarifoption im Einzelfall die günstigste ist, hänge daher vom persönlichen Verbrauchsprofil ab. Eine individuelle Beratung könne helfen, den passenden Tarif zu finden.

Zu den Gaspreisen könnten die Stadtwerke Troisdorf jedoch noch keine konkrete Aussage treffen. Es sei mit entsprechenden Kalkulationen begonnen worden, doch wann und in welcher Höhe eine Preisanpassung erfolgen werde, sei noch offen. „Eine Preissenkung in absehbarer Zeit ist jedoch wahrscheinlich.“

Weitere Informationen: www.stadtwerke-troisdorf.de

Lohmar

Die Stadtwerke Lohmar teilten auf Anfrage mit, dass sie die Strompreise für Privat- und Gewerbekunden in der Grundversorgung zum 1. März 2026 senken wollten.

Der Arbeitspreis in Lohmar ist von 34,45 Cent auf 31,95 Cent brutto pro Kilowattstunde gesenkt worden, eine Reduzierung von 2,5 Cent, wie die Stadtwerke Lohmar mitteilen. „Kunden mit einem Jahresverbrauch von rund 3000 Kilowattstunden sparen somit 75 Euro im Jahr.“ Kunden, die eine detaillierte Aufstellung der Preisänderung wünschten, könnten ihren Zählerstand zum Stichtag der Preisumstellung über den Onlineservice der Stadtwerke mitteilen. 

Weitere Informationen: www.stadtwerke-lohmar.de

Bad Honnef

Bei der Bad Honnef AG (BHAG) sinken die Strompreise in Sonderverträgen und der Grundversorgung. Das teilt die Gesellschaft auf Anfrage mit. Seit dem 1. Januar seien die Preise für Strom-Sonderverträge demnach um rund 7,3 Prozent gesenkt worden. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahle künftig rund 114 Euro weniger pro Jahr.

In der Grundversorgung würden die Preise zum 1. Februar um rund sieben Prozent gesenkt: Das bedeute eine Entlastung von 111 Euro jährlich, so die BHAG. 

Die Gaspreise seien seit August 2025 um rund 21,5 Prozent gesenkt worden. Eine weitere Senkung gibt es aber auch in diesem Jahr noch aufgrund der weggefallenen Gasspeicherumlage. Die Preissenkung erklärt die Bad Honnef AG anhand des Sondervertrags „Tarif Smart“: „Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden zahlt somit im Jahr 2026 rund 1810 Euro statt rund 2090 Euro, das entspricht einer Ersparnis von rund 280 Euro pro Jahr“, erklärt die AG.

Weitere Informationen: www.bhag.de

Ruppichteroth

Der Arbeitspreis für Strom in Ruppichteroth sinkt je nach Produkt um bis zu 3,5 Cent brutto pro Kilowattstunde, wie die Gemeindewerke Ruppichteroth (GWR) mitteilen. Demnach zahlt ein Haushalt seit dem 1. Januar 31,16 Cent pro Kilowattstunde (vorher 34,66 Cent pro kWh). Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom spare so mehr als 120 Euro im Jahr, das entspreche etwa 10 Prozent, erläutert GWR-Geschäftsführer Rolf Hänscheid auf Anfrage der Redaktion.

Auch Gas wird in der Gemeinde günstiger für Verbraucherinnen und Verbraucher, obwohl steigende Kosten für CO₂-Zertifikate (die sogenannte CO₂-Steuer) und steigende Netzentgelte von etwa 0,42 Cent pro kWh erhebliche Kostentreiber des Gaspreises seien.

GWR können trotz „erheblicher Kostentreiber“ Gaspreise senken

Grund sei, dass aufgrund einer erhöhten Umstellung auf alternative Energiequellen die Kosten der Gasinfrastruktur auf eine immer geringere Anzahl Gaskunden verteilt würden, erklärt Hänscheid. So schrieben die Netzbetreiber ihre Investitionen in das Gasnetz in kürzeren Zeiträumen ab. Dennoch: „Aufgrund unserer erfolgreichen und langfristigen Beschaffungsstrategie“ könnten die GWR ihre Energiepreise senken.

Der Gaspreis pro Kilowattstunde sei seit dem 1. Januar um 1,19 Cent brutto gesunken, so die GWR. Bis zu einem Jahresverbrauch von bis zu 4000 Kilowattstunden (kWh) beträgt der Arbeitspreis 11,23 Cent pro kWh. Bis 50.000 kWh bei 10,76 Cent und ab 50.001 bei 10,27 Cent. 

In einer Beispielrechnung bedeute dies für einen durchschnittlichen Haushalt mit jährlichem Verbrauch von 20.000 kWh eine Ersparnis von 238 Euro pro Jahr, so die Gemeindewerke Ruppichteroth.

Weitere Informationen: www.gemeindewerkeruppichteroth.de

Rhenag

Die Rhenag Rheinische Energie AG, die rund 83.000 Kunden im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis (mit Ausnahme von Troisdorf und Bad Honnef) mit Erdgas versorgt, senkt ebenfalls ab diesem Jahr die Preise für Kundinnen und Kunden – sowohl für Erdgas als auch für Strom.

Durch den Wegfall der Gasspeicherumlage spare ein Vier-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Erdgas 68,78 Euro, erklärt Rhenag. „Die Gasspeicherumlage lag bisher bei 0,35 Cent pro kwH brutto (0,289 Cent netto).“ Kundinnen und Kunden zahlen automatisch weniger, die Rhenag Energie gebe die Ersparnis eins zu eins weiter

Auch beim Strom senkt sich der Preis, allerdings erst ab dem 1. März. Die Kosten für Strom am Markt hätten sich laut Norman Petersson, Leiter des Energiegeschäfts bei Rhenag stabilisiert, „allerdings sind im Gegenzug Abgaben und Umlagen gestiegen“. Dazu gehörten die Offshore-Netzumlage, der Aufschlag für besondere Netznutzung nach Paragraf 19 StromNEV-Umlage sowie die KWKG-Umlage zur Förderung der Erzeugung von Strom in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. 

Da die Regierung die Stromnetzentgelte bezuschusse, sei es aber möglich, die Strompreise trotz gestiegener Umlagen zu senken. Genaue Angaben zu den Preissenkungen gebe es bislang nicht, die Rhenag teilte aber mit, ihre Kundinnen und Kunden „Mitte Januar über die genauen Preise zu informieren“. 

Weitere Informationen: www.rhenag.de