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Ab Dezember 2026Vollsperrung der Siegstrecke – Wie geht es weiter mit RE9, S12 und S19?

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Ab Dezember 2026 wird die Siegtalstrecke zwischen Hennef und Siegen für sieben Monate komplett gesperrt. (Symbolbild)

Ab Dezember 2026 wird die Siegtalstrecke zwischen Hennef und Siegen für sieben Monate komplett gesperrt. (Symbolbild)

Laut SPNV-Nord sollen alle ausfallenden Fahrten auf der Siegstrecke ersetzt werden. Die Sperrung dauert von Dezember 2026 bis Juli 2027.

Die Herausforderungen für Pendlerinnen und Pendler im Bahnverkehr reißen so schnell nicht ab. Ende des Jahres geht es in der Region mit einer großen Sperrung auf der Siegstrecke weiter – und die wird sieben Monate lang dauern.

Dabei geht es um die Sanierung der Siegstrecke ab Dezember 2026 zwischen Hennef (Sieg) und Siegen. Erst im Juli 2027 sollen dann wieder Züge fahren. Betroffen sind die Linien RE9, S19 und S12. Die langfristige Sperrung macht Anwohnerinnen und Anwohnern Sorgen. Wie kommen sie zur Arbeit und nach Hause? Wie viel länger dauert der Schienenersatzverkehr? Hier finden Sie einige Fragen und Antworten.

Warum wird die Strecke gesperrt?

Das Unternehmen DB Infrago will möglichst viele Instandhaltungsmaßnahmen und Ersatzinvestitionen umsetzen, um die Infrastruktur auf der Strecke für die kommenden Jahrzehnte zu sichern, teilt der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord). 

Unter anderem sollen rund 24 Kilometer Gleis erneuert, 20 Weichen modernisiert und Eisenbahnbrücken und Straßenbrücken erneuert werden. An drei Bahnhöfen will die DB zudem Bahnsteige verlängern. Der Bahnhof Eiserfeld (Stadtteil von Siegen) soll komplett erneuert werden und es stehen Arbeiten an verschiedenen Bahnübergängen an sowie an Leit- und Sicherungstechnik. Zusätzlich müssen Tunnel und Brücken überprüft  und Felshangsicherungen untersucht werden.

Bei der ursprünglichen Planung für die Sanierungen war eine Sperrung zwischen Siegen und Troisdorf (statt Hennef) vorgesehen. Der Abschnitt habe jedoch nach Verhandlungen mit der DB Infrago im Sinne der Fahrgäste vergekürzt werden können, erklärt Norbert Reinkober, Geschäftsführer von Go Rheinland: „Die Sanierung des maroden Schienennetzes ist leider dringend notwendig. Wir sind allerdings froh darüber, dass wir es im Sinne unserer Fahrgäste geschafft haben, den Sperrabschnitt einzukürzen. Das ist eine sehr gute Nachricht für viele unserer Fahrgäste aus dem Rhein-Sieg-Kreis.“

Wie lange wird gesperrt und welche Bahnen fallen aus?

Zwischen dem 11. Dezember 2026 und dem 9. Juli 2027 ist die Strecke zwischen Hennef (Sieg) und Siegen komplett gesperrt. An einigen Tagen wird die Sperrung bis nach Siegburg/Bonn und Troisdorf erweitert.

Die Züge des Rhein-Sieg-Express (RE9) fahren in diesem Zeitraum nur zwischen Aachen und Köln und fallen zwischen Köln und Siegen komplett aus. Der Bahnhof Betzdorf wird allerdings von den Regionalbahnen RB96 und RB97 angefahren. Außerdem wird Au (Sieg) aus Richtung Altenkirchen vom RB90 erreicht.

Die S-Bahnen S12 und S19 entfallen allerdings zwischen Hennef und Au komplett.

Welchen Schienenersatzverkehr wird es geben?

Für die entfallenden Linien wird aut SPNV-Nord ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet. Das Ersatzkonzept ist derzeit noch in Arbeit. Aber man betont: „Alle ausfallenden Fahrten werden ersetzt.“

Zusätzlich soll es Expressbusse geben, erklärt SPNV-Nord-Verbandsdirektor Thorsten Müller. Diese sollen zu den Hauptverkehrszeiten der Pendlerinnen und Pendler fahren, „beispielsweise ein Expressbus aus dem Raum Altenkirchen in Richtung Hennef“, so Müller. Während der dreiwöchigen Vollsperrung im Sommer 2025 seien damit gute Erfahrungen gemacht worden.

Wie geht es mit dem RE9 in Zukunft weiter?

Der Betrieb des RE9 (Rhein-Sieg-Express) wurde im Oktober 2025 an die DB Regio AG vergeben. Der Verkehrsvertrag dafür läuft als Interimsvertrag bis 2033. Beim RE9 sollen demnach künftig ausschließlich Doppelstock-Züge zum Einsatz kommen. Und ein neuer Fahrplan soll insbesondere in den späten Abendstunden und am Wochenende sowohl in Richtung Köln als auch Richtung Siegen zusätzliche Fahrten anbieten.

Ab 2033 erhält der SPNV-Nord einen Folgevertrag. Dazu gab es Gespräche über eine Aufteilung des RE9 in einen schnelleren und einen langsameren Zugteil ab Eitorf. Diese wurden jedoch laut SPNV-Nord nicht weiterverfolgt. Es bleibe bei der bisherigen Linienstruktur, der Zug verkehre weiter ohne Trennung bis Siegen.