StatistikZahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen erreicht Zehn-Jahres-Hoch in Rhein-Sieg

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Bei einem Frontalzusammenstoß im Bröltal ist eine Frau schwer verletzt worden, sie war eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden.

Bei einem Frontalzusammenstoß im Bröltal ist eine Frau schwer verletzt worden, sie war eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. (Archivbild)

Die Polizei hat die Verkehrsunfallstatistik 2022 für Rhein-Sieg vorgestellt. In einigen Bereichen wurde das Vor-Corona-Niveau überschritten.

In den beiden Jahren 2020 und 2021 mit der Corona-Pandemie war der Straßenverkehr zurückgegangen. In den Zahlen der Unfälle und Verletzten sei das deutlich erkennbar gewesen, berichtete der Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsätze, Polizeidirektor Rainer Müller, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2022.

In ihr zeigt sich, dass das Vor-Corona-Niveau erreicht, in einigen Bereichen überschritten ist. Bei der Gesamtzahl der Unfälle gab es im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,4 Prozent. Es ist nach 2019 das zweithöchste Ergebnis im Zehn-Jahres-Vergleich. Insgesamt registrierte die Polizei 9921 Unfälle, vor drei Jahren waren es sogar 10.163.

Hohe Anzahl an Pedelec-Unfällen in Rhein-Sieg bereitet Polizei Sorge

Bei den Verunglückten gab es gar ein Zehn-Jahres-Hoch, insgesamt wurden 1446 Menschen verletzt, nach 1351 im Jahr zuvor. Das Plus speist sich allerdings ausschließlich aus den Leichtverletzten. Deren Zahl lag 2019 bei 1087, fiel 2020 auf 992, stieg 2021 auf 1124 und im Berichtszeitraum auf 1219. Bei den Schwerverletzten waren es 219, nach 218 im Jahr zuvor. Die Zahl der Toten sank sogar von neun auf acht. Im letzten Vor-Corona-Jahr hatte es mit sechs tödlich Verletzten einen Tiefstand gegeben. „Jeder Tote ist einer zu viel“, erklärte Müller.

Sorgen bereitet dem Ersten Polizeihauptkommissar Rolf Müller, Leiter der Führungsstelle Verkehr, das deutliche Plus bei den Unfällen mit Pedelecs. Insbesondere ältere Menschen zählen zu den Opfern. „Wir verzeichnen vermehrt Alleinunfälle, etwa beim Wechsel von der Fahrbahn auf den Gehweg“, so Müller.

Deshalb gibt es am 22. April in Eitorf sowie am 6. Mai und 3. Juni in Hennef wieder Pedelec-Trainings, die sich vor allem an Senioren richten. Bei den Altersgruppen fallen sie ebenso auf wie Jugendliche, in beiden Fällen gibt es deutliche Anstiege. Dagegen sind die Zahlen bei Kindern und jungen Erwachsenen unauffällig.

Rhein-Sieg-Kreis: Zahl der Motorradunfälle ist rückläufig

Erfreulich nannte Rolf Müller dagegen die Entwicklung bei Unfällen mit Motorrädern, die sogar leicht weniger geworden sind, nach einem Höchststand von 108 in 2020 waren es 2022 lediglich 83. „Das Tempolimit auf 70 Stundenkilometer auf dem Schladernring ist der richtige Weg“, meinte Rainer Müller. Dort habe es keinen einzigen tödlichen Kradunfall gegeben.

Insgesamt setzt die Polizei wieder verstärkt auf Prävention, auf ÖPNV- und Schulwegtrainings, auf Fahrradprüfungen und Verkehrspuppenbühne. Auch der Crash-Kurs NRW, zudem Jugendliche und junge Erwachsene eingeladen werden, rollt erneut an. Sie sollen damit für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden.

Um den Verkehrsraum   überwachen zu können, stellte Müller zwei neue Fahrzeuge vor. Der „PrüfKw“ ist besonders für Standkontrollen geeignet und hat alle Geräte und Programme an Bord, um auch den Schwerlastverkehr überprüfen zu können. Er kann Dank leistungsstarker Batterie autark betrieben werden. An zwei Arbeitsplätzen führen Beamte parallel Ermittlungen durch. Zudem gibt es Geräte, um Manipulationen an Fahrzeugen nachzuweisen, wie Polizeikommissar Lukas Kielczweski erklärte. Neu sind auch die vier BMW RT 1250, mit 136 PS, Griff- und Sitzheizung. Sie dienen unter anderem der Prüfung bei Tuning und Manipulation von Zweirädern, so Polizeioberkommissar Andreas Klein.

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