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BundespolizeiRandolf Virnich stirbt bei Unfall

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Der Feuerwehr blieb es lediglich das brennende Fahrzeug zu löschen. Bei Eintreffen des Notarztes war Virnich bereits tot.

Sankt Augustin/Bornheim – Randolf Virnich ist tot. Der Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin starb am Dienstagabend gegen 19 Uhr auf dem Heimweg nach Euskirchen bei einem Motorradunfall. Virnich wurde nur 51 Jahre alt. Er hinterlässt seine Ehefrau und eine Tochter.

Nach Angaben der Polizei wollte Virnich auf der L 192 in Fahrtrichtung Bornheim auf gerader Strecke einen vor ihm fahrenden Wagen überholen. Aus noch ungeklärter Ursache kam er bei hoher Geschwindigkeit plötzlich nach links von der Fahrbahn ab. Das Motorrad prallte gegen die Leitplanke, der 51-Jährige stürzte und stieß gegen einen Metallpfosten. Anschließend rutschte er einen Abhang hinunter. Er war bereits tot, als Notarzt und Rettungsdienst eintrafen. Die Maschine ging in Flammen auf. Der Feuerwehr blieb lediglich, das brennende Vehikel zu löschen, das in 150 Metern Entfernung vom Verunglückten lag. Zur Rekonstruktion des Unfallhergangs wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Die L 192 musste für rund dreieinhalb Stunden komplett gesperrt werden. Sowohl das Motorrad wie das Auto wurden sichergestellt.

Virnich war im Juni 2010 vom Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz zur Bundespolizeidirektion nach Sankt Augustin gewechselt. Zu seinen Aufgaben gehörte die Umsetzung erheblicher Umstrukturierungen innerhalb der Behörde. Er war oberster Chef der 3400 in Nordrhein-Westfalen stationierten Bundespolizisten. Schon bald nach Antritt seines Amtes hatte Virnich an einem Zeltlager teilgenommen, das die Biker in der Bundespolizei ein Mal im Jahr am Hangelarer Flugplatz ausrichten. Teil der mehrtägigen Veranstaltung ist eine motorisierte Prozession, mit der die Biker an die im Dienst gestorbenen Kollegen erinnern.

Bei seiner ersten Teilnahme war Virnich noch nicht im Besitz eines Motorradführerscheins. Nach Angaben der Biker jedoch hatte er seinerzeit gesagt, während des Camps „vom Biker-Virus“ angesteckt worden zu sein. Es war für ihn Anlass genug, wenig später die Fahrerlaubnis zu erwerben. Vor zwei Monaten wurde Virnich zum Ehrenmitglied der Biker in der Bundespolizei ernannt. Den Kollegen galt er als besonnener Mensch und vorsichtiger Motorradfahrer. Joachim Moritz, Vizepräsident der Direktion, zeigte sich tief betroffen: „Wir verlieren mit Herrn Präsident Virnich einen hoch geschätzten Behördenleiter und Freund. Seine menschliche und fachliche Kompetenz wird die Bundespolizei sehr vermissen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und Familie.“

Auch der Sankt Augustiner CDU-Fraktionsvorsitzende Georg Schell kannte Virnich vom persönlichen Umgang als „ausgesprochen sympathischen und freundlichen Menschen“. Er zeigte sich betroffen von dem tragischen Umstand, dass Virnich seine Liebe zum Motorradfahren erst durch seinen Posten bei der Bundespolizei entdeckte. Wie Personen aus dem Umfeld Virnichs berichten, war der Behördenleiter noch vor wenigen Wochen als potenzieller Nachfolger von Matthias Seeger im Gespräch, der von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich als Chef des Bundespolizeipräsidiums geschasst worden war.