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Großbrand in Sankt AugustinZweithöchste Alarmstufe – Mehrere Häuser unbewohnbar

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Großbrand Hangelar

In Sankt Augustin-Hangelar ist in der Nacht zu Donnerstag zunächst ein Carport in Brand geraten. Das Feuer griff dann auf ein Wohnhaus über. 

Sankt Augustin – Zwei brennende Carports haben in der Nacht zu Donnerstag zu einem Großeinsatz der Sankt Augustiner Feuerwehr geführt. Die Flammen hatten auf die angrenzenden Doppelhäuser übergegriffen und sich bis in den Dachstuhl gefressen. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Gegen 1.20 Uhr meldeten mehrere aufgeregte Nachbarn ein Feuer in zunächst einem Carport an der Thüringer Allee. Als die ersten Einsatzkräfte an der genannten Adresse in Hangelar eintrafen, brannte auch das benachbarte Carport in voller Ausdehnung. Flammen schossen aus den beiden darunter stehenden Pkw, ebenso durch das Dach.

Gesamte Feuerwehr Sankt Augustins im Einsatz

Die beiden Stellplätze befinden sich zwischen zwei Doppelhäusern in einem Wendehammer. Schnell griff das Feuer auf die anliegenden Gebäude über. Einsatzleiter Sascha Ziegenhals ließ den Einsatz auf die zweithöchste Alarmstufe erhöhen. Per Sirene wurden weitere Kräfte angefordert. Nach und nach folgte die gesamte Feuerwehr Sankt Augustins in den Einsatz, darunter das Drehleiterfahrzeug aus Mülldorf.

Die Bewohner der vier Häuserhälften hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können – sie hatten sogar noch Zeit gefunden, sich ihre Jacken anzuziehen. Die Feuerwehr versorgte die älteren Ehepaare mit Decken und Wasser.

Mehrere Trupps rückten unter Atemschutz bis in die Dachstühle vor

Währenddessen setzten die Flammen auch die Dachstühle der Häuser in Brand und schossen wenig später zwischen den Balken empor. Mit zwischenzeitlich sieben C-Strahlrohren versuchten die rund 100 Wehrleute, das Feuer zu bekämpfen. Mehrere Trupps rückten unter Atemschutz bis in die Dachstühle vor. Von den Gärten aus baute die Feuerwehr eine Riegelstellung auf, um ein Ausbreiten der Flammen auf die jeweils hintere Doppelhaushälfte zu verhindern. Auch aus dem Korb heraus spritzten sie das Löschwasser auf die Dachschindeln.

Probleme bereiteten den Wehrleuten jedoch die eisigen Temperaturen. Bei minus fünf Grad fror das Wasser auf dem Asphalt sofort, der Untergrund war spiegelglatt. Die Feuerwehr ließ über den Bauhof der Stadt mehrere Kanister Streusand holen, um den Boden abzustreuen. Zudem waren die Deckel der Hydranten eingefroren. Mit einer Lötlampe versuchten Wehrleute und Nachbarn gemeinsam, die Öffnungen aufzutauen. Über mehrere hundert Meter erstreckten sich die Schlauchverbindungen bis in den engen Wendehammer.

Drei Feuerwehrleute werden leicht verletzt

Eine Dreiviertelstunde nach der Alarmierung war das Feuer zunächst unter Kontrolle. Am rechten Haus züngelten die Flammen jedoch alsbald wieder entlang des Dachfirsts. Die Wehrleute fuhren die bereits eingefahrene Drehleiter wieder aus und begannen, das Dach abzudecken, um letzte Glutnester zu finden. Als hartnäckig erwies sich das Feuer an den in den Carports geparkten Autos. Hier musste die Feuerwehr Löschschaum einsetzen.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den frühen Morgen. Drei Ehrenamtliche erlitten während des Einsatzes kleinere Blessuren. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die Einsatzkräfte mit heißem Tee und Kaffee. Die acht Bewohner wurden von Sanitätern betreut. Sie kamen bei Verwandten unter. Ihre Häuser sind durch das Feuer und das Löschwasser unbewohnbar. Bürgermeister Max Leittersdorf erschien noch in der Nacht am Brandort, um sich ein Bild zu machen. Warum das Feuer ausbrach, muss die Polizei ermitteln.

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