Geschäftsführer Christian Behma ging mit der Redaktion durch den Neubau.
Mehr als 280 ArbeitsplätzeSo sieht es im Bechtle-Neubau in Sankt Augustin aus

Schon gut ist zu erkennen, wie der Bechtle-Neubau in Sankt Augustin später auf den Betrachter wirkt.
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Der Rohbau ist fertig, die Fenster werden Etage für Etage eingesetzt. Spätestens im Mai 2027 soll das neue Gebäude von Bechtle bezogen sein. Die feierliche Grundsteinlegung für „die wichtigste Gewerbeansiedlung in der Stadtgeschichte“, wie es Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf formulierte, war im August 2025. Die Bauarbeiten auf dem Areal Klosterhöfe laufen bis jetzt ohne große Probleme.
Bei einem Rundgang mit der Redaktion durch den Rohbau zeigte sich Bechtle-Geschäftsführer Christian Behma zufrieden. „Wir hatten im Februar dieses Jahres überlegt, ob wir ein Richtfest feiern, aber während im oberen Stockwerk des fünfgeschossigen Gebäudes noch der Beton gegossen wurde, waren die Fenster im Erdgeschoss schon an ihrem Platz“, berichtet er. Da war dann der Zeitpunkt dafür zu früh oder schon zu spät.
Oberste Etage des Parkhauses am Neubau von Bechtle kann nicht befahren werden
Inzwischen kann man sich gut vorstellen, wie sich das Gebäude in das Umfeld einpasst. Es erdrückt nicht die Umgebung und setzt dennoch einen architektonischen Akzent. Das sechsgeschossige Objekt grenzt direkt an die Arnold-Janssen-Straße, das fünfgeschossige angebaute Parkhaus daneben wird an der Polizeiwache vorbei über den parallel laufenden Sonnenweg hinter dem Bürogebäude angefahren. Der soll noch auf 8,5 Meter verbreitert werden, damit Lastwagen Waren ins Lager mit seinen Regalen bringen können. Diese Fläche liegt im Erdgeschoss des Parkhauses, das in acht Monaten errichtet wurde.

Blick auf die oberste Etage des Parkhauses. Sie bietet keinen Platz für Autos. Eine Grünfläche sowie eine Photovoltaik-Anlage sollen hier Platz finden. Das rote Gebäude links im Hintergrund ist das Finanzamt, rechts daneben der weiß-grüne Techno-Park.
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Und das Besondere: die oberste Etage kann nicht befahren werden. „Es war der Wunsch der Politiker, dass wir hier eine Grünfläche errichten“, sagt Behma. Daneben wird ein große Photovoltaikanklage Platz finden. Sie versorgt die 40 Ladestationen für die E-Autos im Parkhaus mit Strom. Und die E-Fahrräder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ebenfalls von dort ihre Energie beziehen, wenn sie aufgeladen werden müssen.
„Über hundert Stellplätze befinden sich im Gebäude“, so Behma. Und nicht nur das wird geboten. Wer sich nach der vielleicht schweißtreibenden Ankunft mit dem Fahrrad vor dem Gang ins Büro noch schnell duschen will, kann das in einem Bereich des Neubaus problemlos erledigen.

Die ersten Zwischenwände im Neubau von Bechtle werden nun montiert.
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Behma lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Die notwendigen Genehmigungen seien schnell erteilt worden.“ Nur mit der Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst habe es etwas gedauert. Dies war unter anderem dadurch begründet, dass die Stahlteile der Fundamente eines früheren Gebäudes auf dem Areal bei der Suche mit dem Detektor anschlugen. Zu klären, ob es vielleicht eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist, kostete Zeit.
Direkte Nähe des Neubaus zur Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Glücksfall
Mehr als 280 Menschen können in dem neuen Bürogebäude arbeiten, für Besprechungen gibt es dafür große Meetingräume. Die Nutzfläche in dem Haus von 4850 Quadratmetern ist so konzipiert, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit in sich immer wieder verändernden Projektsituationen gefördert werden könne, so Behma. Für Bechtle ist deswegen die Nähe zur Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) wenige hundert Meter entfernt ein Glücksfall. „Studenten und Absolventen von dort können bei uns in der Firma sicher berufliche Perspektiven finden“, betont Behma.

Bechtle-Geschäftsführer Christian Behma beim Rundgang durch das Gebäude. Glasfenster stehen zum Einbau in den oberen Etagen bereit.
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Und das bestätigt auch die H-BRS. „Die Ansiedlung von Bechtle in fußläufiger Nachbarschaft zur Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist eine Bereicherung für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Sankt Augustin. Bechtle ist bereits ein wichtiger Kooperationspartner unserer Hochschule. Umso mehr freuen wir uns über die räumliche Nähe, die zusätzliche Möglichkeiten für Austausch und Zusammenarbeit eröffnet, sowohl in der anwendungsorientierten Forschung als auch bei der praxisnahen Ausbildung von Fachkräften“, so Dr. Simon Roth, Leiter des Zentrums für Wissenschafts- und Technologietransfer an der H-BRS.
Die Stadt rechnet nach Fertigstellung und Bezug des Gebäudes mit einem zusätzlichen Betrag von mehr als einer Million Euro jährlich an Gewerbesteuern. Sie hofft, dass sie durch die Ansiedlung von Bechtle noch interessanter für weitere Firmen auch aus dem IT-Bereich wird. Ein Grundstück auf dem Areal der Klosterhöfe, das auf der anderen Seite des Sonnenwegs direkt gegenüber von Bechtle liegt, wird deshalb freigehalten.
