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Schwerer Unfall85-Jähriger stirbt unter Stadtbahn

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Da der Verunglückte nicht eingeklemmt war, konnte die Feuerwehr den Toten schnell bergen.

Sankt Augustin – Ein 85 Jahre alter Mann aus Sankt Augustin ist am Mittwochmorgen gegen 10.35 Uhr am Bahnübergang Richthofenstraße in Hangelar ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen erlitten Verletzungen und Schocks.Der Senior hatte nach Zeugenaussagen kurz vor den geschlossenen Halteschranken den Gehweg verlassen und war zwischen den Halbschranken auf die Gleise der Stadtbahnlinie S 66 gelaufen, als gerade ein Zug in Richtung Bonn vorbeifuhr. Er wurde erfasst und geriet unter das erste Drehgestell, obwohl der 49 Jahre alte Fahrer sofort eine Notbremsung eingeleitet hatte. Stadtbrandinspektor Herbert Maur war nur wenige Augenblicke nach der Alarmierung vor Ort, weil er ganz in der Nähe wohnt. Er erkannte sofort, dass das Opfer wohl nicht mehr zu retten war. Der Notarzt konnte schließlich nur noch den Tod feststellen.

Maur koordinierte die Betreuung der anderen Verletzten. Ein Fahrgast, eine 53 Jahre alte Frau aus Bonn, war gestürzt und hatte eine Kopfplatzwunde erlitten. Mitarbeiter des Rettungsdienstes behandelten sie, bevor sie ins Krankenhaus transportiert werden konnte. Mitarbeiter der Stadtwerke Bonn kümmerten sich derweil um den Bahnfahrer, der einen Schock erlitten hatte. Ebenfalls unter Schock stand die 70 Jahr alte Ehefrau des Toten, die ihren an einer Demenzerkrankung leidenden Mann gesucht hatte und kurz nach dem Unfall zur Unglücksstelle kam. Sie konnte ihren Mann noch identifizieren.

Der Leiter des psychosozialen Unterstützung-Teams (PSU) des Rhein-Sieg-Kreises, Frank Pütz, betreute die Ehefrau gemeinsam mit einem alarmierten Notfallseelsorger noch am Unglücksort, der inzwischen abgesperrt worden war. Außerdem musste ein Feuerwehrmann versorgt werden, der sich bei dem Einsatz leicht verletzt hatte. Zahlreiche Schaulustige hatten sich eingefunden, Wehrleute spannten als Sichtschutz ein Tuch vor den Triebwagen.

Die Strecke wurde zwischen Hangelar-West und Hangelar-Ost komplett gesperrt und stromfrei geschaltet, damit die 35 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizisten gefahrlos arbeiten konnten. Busse pendelten bis gegen 13.40 Uhr zwischen den Haltestellen, zahlreiche Nutzer der Stadtbahn waren betroffen. Anwohner berichteten, dass es an den Bahnübergängen in Hangelar durch unvorsichtiges Verhalten von Fußgängern immer wieder zu kritischen Situationen komme.