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30 Euro BeutePolizei schnappt Einbrecher in Niederkassel über DNA-Probe

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Amtsgericht Siegburg 3

Amtsgericht Siegburg (Symbolbild) 

Siegburg/Niederkassel – Ein kleiner Buchstabe macht manchmal großen Unterschied: Ein glückloser Einbrecher erbeutete in einem Niederkasseler Einfamilienhaus nur „Schein-Gold“, so vermerkte es die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Gemeint war von den polizeilichen Ermittlern allerdings „Schein-Geld“, in der Tat ein ungewöhnlicher Begriff, der im Protokoll auftauchte und durch den Zusatz „keine Münzen“ konkretisiert wurde.

Ob o oder e: Der Angeklagte konnte sich am Mittwoch im Amtsgericht Siegburg kaum noch an die Einzelheiten der Tat erinnern, die er bereits im Jahr 2013 begangen hatte. 30 Euro Bargeld soll er lediglich mitgenommen, allerdings einen Schaden von 2000 Euro hinterlassen haben, als er zwei Fenster versuchte aufzuhebeln und schließlich die Scheibe einwarf. Anhand einer DNA-Spur kamen ihm die Strafverfolger auf die Schliche, das aber auch nur, weil der heute 33-Jährige bei einem weiteren Wohnungseinbruchsdiebstahl geschnappt und ihm nach der Verurteilung eine Blutprobe für die DNA-Datenbank des Bundeskriminalamts abgenommen wurde.

Die Anfang 2021 verhängte Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren wurde aufgestockt auf ein Jahr und zehn Monate. Die Gesamtstrafe muss er allerdings nicht hinter Gittern verbringen, das drohe ihm, wenn er so weitermache, sagte der Vorsitzende Richter Herbert Prümper.

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Strafmildernd wertete das Schöffengericht das Geständnis, dass die Tat so lange her ist und dass der Mann bereits drei Monate in Untersuchungshaft verbrachte. Auch habe der Schausteller, der wegen der Pandemiepause derzeit auf Kosten seines Bruders lebt, einen Job als Paketzusteller in Aussicht, also eine positive Sozialprognose. Das „Schein-Geld“ muss der mittellose Mann nicht an die Geschädigten zurückzahlen.