In den laufenden Tarifverhandlungen der Länder steht am 15. und 16. Januar die zweite Runde an. Es geht um mehr Lohn und den Übertrag auf Beamte.
TarifrundeBeschäftigte der Polizei versammelten sich in Siegburg zur „aktiven Mittagspause“

Beschäftigte und Beamte der Polizei in Siegburg trafen sich zur „aktiven Mittagspause“ vor der Wache.
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Rund 60 Beamtinnen und Beamte sowie Beschäftigte der Polizei trafen sich am Dienstag um 12 Uhr zur „aktiven Mittagspause“ vor der Polizeiwache an der Frankfurter Straße in Siegburg. Die Aktiven der Gewerkschaft der Polizei hatten einen Pavillon aufgebaut, es gab heiße Würstchen, Kaffee und Kekse. Doch Hintergrund des Treffens war nicht das gesellige Beisammensein, sondern die laufende Tarifrunde mit den Ländern.
In der kommenden Woche, am 15. und 16. Januar, steht die zweite Verhandlungsrunde an, wie die stellvertretende Personalratsvorsitzende, Alexandra Madronte, ihren Kolleginnen und Kollegen in einer kurzen Ansprache verdeutlichte. „Kommt es dort nicht zu einer Einigung, rufen wir zur Tarifdemo am 10. Februar in Düsseldorf auf“, sagte Madronte. Gebe es dann immer noch keine Einigung, „dann scheuen wir uns auch nicht, zu Warnstreiks aufzurufen“.

Bernhard Göbel (l.),Personalratsvorsitzender, und Alexandra Madronte, stellvertretende Personalratsvorsitzende, informierten ihre Kolleginnen und Kollegen.
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„Die Tarifverhandlungen der Länder entscheiden darüber, ob der öffentliche Dienst - und damit auch die Polizei - zukunftsfähig bleibt“, erklärte Bernhard Göbel, Personalratsvorsitzender der Kreispolizei Rhein-Sieg. „ Die Länder müssen endlich konkurrenzfähig werden: bei Bezahlung, Zulagen und moderner Ausstattung.“ Der Bund stelle seine Beschäftigten deutlich besser, dadurch verlören die Länder immer mehr qualifizierte Kräfte.
Die Gewerkschaft der Polizei fordert sieben Prozent mehr Lohn
Die Lücke zur Bezahlung müsse geschlossen werden, die Inflation sei längst noch nicht ausgeglichen. In den Behörden sei der Fachkräftemangel jeden Tag spürbar, schilderte Göbel. Deshalb geht die GdP mit klaren Forderungen in die Auseinandersetzung. Sieben Prozent mehr Lohn, aber mindestens 300 Euro stehen im Raum. Auszubildende sollen 200 Euro mehr bekommen.
Bei der Laufzeit setzt die Gewerkschaft auf zwölf Monate. Auszubildende und Bachelor-Absolventen sollen unbefristet übernommen werden. Die Abschlüsse, auch das ist eine Kernforderung, sollen auf Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass der Vorplatz vor der Wache voll war.
Ich freu mich wie Bolle, dass so viele hier sind.
„Ich freu mich wie Bolle, dass so viele hier sind“, stellte Madronte fest. Sie war in der Vergangenheit schon bei ähnlichen Aktionen in Bonn gewesen und hatte vorgeschlagen, das doch auch mal in Siegburg umzusetzen. Der große Zuspruch - es kamen sowohl aus den Direktionen Kriminalität und Verkehr sowie aus dem Wach- und Wechseldienst viele Menschen inklusive der Führungskräfte - gab ihrem Impuls recht.

