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Sportlerwahl„Viele Erfolgsgeschichten haben ihren Ursprung in kleinen Vereinen in Rhein-Sieg“

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Wolfgang Müller Kreissportbund-Präsident Porträt Bild für das Interview zur Sportlerwahl

Wolfgang Müller, Kreissportbund-Präsident, 

Sportlerwahl: Die Abstimmung im Rhein-Sieg-Kreis geht in die heiße Phase. Gesucht wird weiterhin die Sportlerin, der Sportler und die Mannschaft des Jahres 2025.

Wolfgang Müller, Präsident des Kreissportbundes Rhein-Sieg, ist Teil der Jury zur Sportlerwahl 2025. Im Gespräch mit Quentin Bröhl spricht er über Entwicklungen im Breitensport, den Einfluss gesellschaftlicher Themen – und was ihn an der diesjährigen Vorauswahl besonders beeindruckt hat.

Herr Müller, wie hat sich der Sport im Rhein-Sieg-Kreis im vergangenen Jahr entwickelt?

Wir sehen eine erfreuliche Stabilität, was die Mitgliederzahlen betrifft – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig ist der Sport zunehmend mit übergeordneten Themen konfrontiert: Integration, Inklusion, Nachhaltigkeit. Diese gesellschaftlichen Aufgaben fordern unsere Vereine zusätzlich, aber viele nehmen sie mit großem Engagement an.

Die Sportlerwahl ist ein Schaufenster für die Vielfalt und Qualität des Sports im Rhein-Sieg-Kreis

Was bedeutet die Sportlerwahl in diesem Zusammenhang?

Sie ist mehr als ein Wettbewerb – sie ist ein Schaufenster für die Vielfalt und Qualität des Sports im Rhein-Sieg-Kreis. Wer sich hier wiederfindet, steht stellvertretend für viele Engagierte. Die Wahl macht sichtbar, was oft unterhalb des öffentlichen Radars stattfindet – von der Nachwuchsförderung bis zum internationalen Erfolg.

Gab es in der Jury-Abstimmung besondere Diskussionen oder Überraschungen?

Ja, durchaus. Es gab Kandidatinnen und Kandidaten aus Sportarten, die man vielleicht nicht sofort auf dem Zettel hat – etwa Faustball, Para-Tischtennis oder Speedklettern. Diese Vielfalt ist gewünscht, manchmal aber auch herausfordernd zu bewerten, weil die sportlichen Leistungen sehr unterschiedlich in einen Kontext gesetzt werden müssen. Auch bei Teams mit starkem Umbruch oder neuen Trainern gab es spannende Entwicklungen.

Wie wichtig ist bei der Auswahl neben dem Erfolg die sportliche Geschichte dahinter?

Sehr wichtig. Medaillen und Titel zählen, klar – aber wir schauen auch auf persönliche Entwicklungen, auf Durchhaltevermögen, auf den Weg zum Erfolg. Eine Medaille nach langer Verletzungspause oder der Aufstieg mit einer Amateurmannschaft unter besonderen Umständen – das sind Geschichten, die uns berühren und die diese Wahl so wertvoll machen.

Als Zeichen der Wertschätzung bei der Sportlerwahl abstimmen

Einige Nominierte haben es bis auf internationale Podeste geschafft. Was sagt das über den Sport in der Region aus?

Das zeigt, dass unsere Basisarbeit funktioniert. Viele dieser Sportlerinnen und Sportler haben ihre ersten Schritte in kleinen Vereinen gemacht. Dass sie heute auf EM-, WM- oder Olympia-Ebene antreten, ist auch ein Erfolg des Ehrenamts und der regionalen Sportförderung. Es ist schön zu sehen, dass man in unserer Region sportlich weit kommen kann.

Was wünschen Sie sich mit Blick auf die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir die Herausforderungen wie Fachkräftemangel im Trainerbereich oder Sanierungsstau in den Sportstätten weiterhin gemeinsam angehen. Und dass wir es weiterhin schaffen, Zielgruppen für den Vereinssport zu gewinnen – etwa Ältere, Menschen mit Behinderung oder junge Familien. Der Sport hat eine gesellschaftliche Kraft, die wir noch stärker nutzen können.

Warum sollten die Menschen im Kreis ihre Stimme abgeben?

Weil es ein starkes Zeichen der Wertschätzung ist. Es geht nicht nur um den Titel, sondern um die Anerkennung für tägliche Arbeit, oft im Hintergrund. Jede Stimme unterstützt die Sichtbarkeit des Sports – und motiviert vielleicht auch den Nachwuchs von morgen.