Als die vier Tatverdächtigen nach zwei Raubüberfällen erneut zuschlagen wollten, hatte sich die Polizei schon auf die Lauer gelegt.
Tankwart mit Messer bedroht40-Jähriger wegen Überfällen auf Tankstellen in Siegburg vor Gericht

Ein 40-Jähriger muss sich wegen mehrerer Überfälle auf Tankstellen vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
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Die vier Überfälle geschahen nach dem gleichen Schema: Abends betraten vier Männer den Verkaufsraum einer Tankstelle, zwei bedrohten den Kassierer an der Theke mit einem Messer, einer Eisenstange oder einer Pistole, zwei Komplizen postierten sich im hinteren Teil des Ladens und sicherten die Szene. Auf diese Weise wurden zwischen dem 11. und dem 30. November 2024 in Hennef-Bröl, Siegburg-Schreck und der Kreisstadt vier Tankstellen heimgesucht. Die Beute lag zwischen 330 und knapp 2000 Euro. Die Räuber flüchteten entweder zu Fuß oder mit einem etwas abseits geparkten Lieferwagen.
Am 19. November 2024 hielt einer der Täter dem Angestellten ein Messer hin und sagte: „Ich möchte Geld“; der Kassierer gab ihm 329,97 Euro. Auch am 30. November 2024 wurde in einer Tankstelle an der Zeithstraße ein Befehl gemurmelt, der keinen Widerspruch duldete: „Wir wollen dir nicht weh tun, gib Geld her!“ Das Quartett verschwand mit 1960 Euro.
Polizei legt sich an einer Tankstelle in Siegburg auf die Lauer
Als es am 2. Dezember 2024 erneut zuschlagen wollte, lag die Polizei an einer Tankstelle in Siegburg auf der Lauer: Noch vor dem Betreten des Verkaufsraums wurde ein heute 37 Jahre alter Verdächtiger festgenommen; seine Komplizen verschwanden.
Bei den Ermittlungen in der Unterkunft des Verhafteten stieß die Kripo auf einen heute 40 Jahre alten Mann, die zwei anderen sind nicht auffindbar. Die beiden Beschuldigten wurden wegen räuberischer Erpressung und einer Verabredung zum Raub angeklagt; beim ersten Prozess vor einer Strafkammer des Bonner Landgerichts im vergangenen August aber erschien der Jüngere nicht, das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt, sodass sich seit Dienstag nur der 40-Jährige vor Gericht verantworten muss.
Der Beschuldigte scheint gute Karten zu haben. Sein Verteidiger Martin Kretschmer bezweifelte, dass sein Mandant bei allen vier Taten dabei war, das sei „extrem fraglich“. Bei dem Überfall am 30. November 2024 könne er vielleicht anhand der Videoüberwachung identifiziert werden, möglicherweise gebe es ein Foto, das ihn an der Ladentür zeige.
Das Gericht machte dem Angeklagten nach längerer Beratung das Angebot, sollte er die Beteiligung bei der Tat am 30. November zugeben, könne er mit einer Bewährungsstrafe rechnen. Die Verteidigung will darüber nachdenken.

