Stadtputzen im Rhein-Sieg-KreisFreiwillige befreien Siegburg vom Müll

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Eine Gruppe Frauen, Männer und Kinder in gelben Warnwesten und mit Mülltüten schwenken ihre Greifzangen.

Stadtputztag in Siegburg: Die Freiwilligen vom CVJM befreiten gut gelaunt Stallberg vom Müll.

Eine Stadt erledigt den Frühjahrsputz: Beim 20. Stadtputztag zogen hunderte Siegburgerinnen und Siegburger durch die Straßen, um ihre Stadtteile vom Müll zu befreien.

Siegburg machte den Auftakt beim Stadtputzen im Rhein-Sieg-Kreis; in den kommenden Wochen starten fast überall Freiwillige zum Großreinemachen. In Wolsdorf waren hunderte Siegburgerinnen und Siegburger am Samstag mit gelben Warnwesten und blauen Müllsäcken unterwegs.

Die bekamen sie an der Grundschule an der Jakobstraße gestellt, auch Handschuhe in allen Größen lagen aus. So schwärmten die Freiwilligen aus auf die umliegenden Straßen. Das tolle Wetter hatte viele Helferinnen und Helfer angelockt.

Großreinemachen in Siegburg: Fahrradlampe, Leitpfosten und ein Waschbecken

Für Garlef Stegmüller und seine beiden Jungs blieb nur der Schulhof übrig: „Wir sind etwas später dazu gekommen, deswegen haben wir uns den vorgenommen“, sagte der Vater. Sie kämen eigentlich aus Deichhaus, doch als Mitglied im Junggesellenverein Rosenhügel folgte Stegmüller dem Ruf der Wolsdorfer.

„Ich habe eine Fahrradlampe gefunden, die funktioniert sogar noch“, sagte der fünfjährige Erik und zeigte stolz sein Fundstück, das selbstverständlich in seiner Jackentasche und nicht im Müllsack landete. Mit seinem Bruder Anton, drei Jahre alt, durchforstete er das Gestrüpp vor der Schule. Dabei fanden die beiden etliche Überbleibsel des Karnevalszugs, darunter ein intaktes Kölschglas.

Ein Junge kniet im Rinnstein und hält Bonbontütchen in seinen behandschuhten Händen.

In Wolsdorf sammelte der fünfjährige Erik mit Bruder Anton (3) und Vater Garlef: Die Kamelle waren aber nicht mehr genießbar.

Die Kamelle durften die beiden jedoch nicht mitnehmen. „Nee, wirf das weg, Anton, das kann man nicht mehr essen – ihr könnt zu Hause etwas Süßes bekommen“, redete Stegmüller gut zu. Doch Erik und Anton wurden auch so entschädigt: Für alle kleinen und großen Helferinnen und Helfer hatten die Koordinatoren an der Grundschule Pommes frites, Chicken Nuggets und Getränke organisiert.

Vor dem Schultor sammelte sich ein beachtlicher Haufen mit Müllsäcken. Gut 20 halbvoll gefüllte Beutel lagen dort, sogar ein schwarz-weißer Leitpfosten, wie er sonst neben Landstraßen oder Autobahnen steht.

Die Müllsammler waren in fast allen Stadtteilen von Siegburg unterwegs

Den Mitarbeitenden des Baubetriebsamts erleichterten die Freiwilligen so die Arbeit: Sie brauchten die Säcke nur noch auf ihren Laster laden. Auch in anderen Stadtteilen waren Müllsammlerinnen und Müllsammler unterwegs, etwa in Seligenthal, Deichhaus, Kaldauen, Zange und entlang der Sieg. In Stallberg beteiligte sich der CVJM an der Schnipseljagd.

„Wir haben uns in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine hat die Kaldauer Straße bis zum Friedhof gemacht, die anderen die Ecke vom Tüv bis zur Zeithstraße“, sagte Geschäftsführer Rainer Braun. „Ja, aber den Kreisverkehr habt ihr vergessen, der sieht immer noch aus wie Sau“, erwiderte Paul Scheele amüsiert.

Freiwillige fanden deutlich weniger Corona-Schutzmasken als noch 2022

Der größte Fund der Gruppe: ein kaputtes Waschbecken. „Es lagen deutlich weniger Corona-Masken rum als im vergangenen Jahr – und generell war es sauberer“, sagte die Gruppe. Kurt Taubert trug ein verbeultes Kupferblech mit sich herum. „Er meint, dafür bekommt er eine größere Summe Geld zusammen – Montag können wir ihn von der Schule abmelden, er ist dann ja ein gemachter Mann“, sagte sein Vater Jan Taubert lächelnd.

Stattdessen hat der 13-Jährige fünf Euro zugesteckt bekommen. „Die hat mir jemand gegeben, der sich bedanken wollte, dass wir hier sauber machen“, erläuterte er. „Zur Belohnung holen wir jetzt Pizza für alle“ verkündete Paul Scheele.

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