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21.500 Menschen betroffenTrinkwasserversorgung in Swisttal und Euskirchen ist wiederhergestellt

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Mitarbeiter der e-regio suchten mit Hochdruck nach einem Leck in der Trinkwasserleitung.

Mitarbeiter der e-regio suchten mit Hochdruck nach dem Leck in der Trinkwasserleitung. Die Trinkwasserversorgung war in großen Teilen der Gemeinde Swisttal, aber auch in Großbüllesheim, Kleinbüllesheim und Vernich nach einem Wasserrohrbruch für mehrere Stunden unterbrochen.

Zahlreiche Haushalte in Swisttal und Euskirchen waren von der Wasserversorgung abgeschnitten. Als Ursache gilt ein Rohrbruch an einem Wasserwerk.

Ein Defekt hat in der Nacht zu Montag und am Montagvormittag die Versorgung mit Trinkwasser in der Gemeinde Swisttal im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sowie in der Stadt Euskirchen erheblich beeinträchtigt. Insgesamt waren laut Information der Gemeinde Swisttal rund 21.500 Menschen betroffen.

In Swisttal waren die Ortsteile Straßfeld, Ollheim, Dünstekoven, Miel, Morenhoven, Essig und Buschhoven betroffen. Gegen 12 Uhr teilte e-regio-Sprecherin Ilona Schäfer mit, dass die Versorgung im Großen und Ganzen wiederhergestellt sei. Grund für die Störung der Wasserversorgung war „ein Rohrbruch in der Nähe des Wasserwerks Heimerzheim, den e-regio mittlerweile lokalisieren konnte.“

Das Wasserwerk Swisttal-Heimerzheim zwischen Heimerzheim und Dünstekoven, in dessen Nähe die Störung auftrat

Das Wasserwerk Swisttal-Heimerzheim zwischen Heimerzheim und Dünstekoven, in dessen Nähe die Störung auftrat

In Euskirchen waren Großbüllesheim, Kleinbüllesheim, Dom, Esch, Weidesheim und Wüschheim vom Trinkwassernetz abgeschnitten, aber auch aus der Euskirchener Kernstadt gingen am Morgen Notrufe bei der Polizei ein.

Hinweise über Warn-App Nina: Wasserbrauch „auf das Nötigste“ reduzieren

Über die Warn-App Nina wurde ein Appell von den Behörden an die Bevölkerung gerichtet. Bürger, die noch über Wasser verfügen, sollten ihren Konsum auf das absolute Minimum beschränken.

„Reduzieren Sie den Wasserverbrauch auf das Nötigste“, so die Aufforderung der Behörden. Auch die Gemeinde Swisttal informierte auf ihrer Webseite über den Wasserausfall und bat um Sparsamkeit: „Halten Sie Wasserhähne geschlossen, sparen Sie Wasser, schalten Sie bitte wasserverbrauchende Geräte ab, nutzen Sie abgepacktes Trinkwasser für die Versorgung“, forderte die Gemeinde auf.

Seit 2.30 Uhr ist die Anlage im Wasserwerk wieder in Betrieb. Jedoch konnte kein ausreichender Wasserdruck aufgebaut werden.
Ilona Schäfer, Pressesprecherin von e-regio

Seit 2 Uhr in der Nacht zu Montag bestand laut Auskunft des Versorgers e-regio die Störung im Wasserwerk Heimerzheim. „Seit 2.30 Uhr ist die Anlage im Wasserwerk wieder in Betrieb“, teilt e-regio mit. „Jedoch konnte kein ausreichender Wasserdruck aufgebaut werden. Nach aktuellem Kenntnisstand ist vermutlich ein Wasserrohrbruch die Ursache der Störung.“ 

Im Laufe des Vormittags konnte schließlich der Rohrbruch zweifelsfrei als Ursache lokalisiert werden. Die Mitarbeitenden der e-regio machten einen Bereich entlang der L163 zwischen Heimerzheim und Dünstekoven, oberhalb des Wasserwerks Heimerzheim-Swisttal, als Schwachstelle im Leitungssystem aus. Die Experten setzten dafür nicht nur schweres Gerät in Form eines Baggers ein, sondern auch eine moderne „Wünschelrute“, mit der das Leck durch das Erdreich lokalisiert werden konnte.

Auch mit Baggern suchten die Mitarbeiter des Versorgers nach dem Leck rund um Heimerzheim.

Auch mit Baggern suchten die Mitarbeiter des Versorgers nach dem Leck rund um Heimerzheim. Am Vormittag konnte der Rohrbruch lokalisiert werden.

Am Mittag waren anschließend noch weitere Reparaturarbeiten und Netzspülungen fällig. Dadurch könnten im Tagesverlauf immer wieder Druckschwankungen entstehen, teilte e-regio mit. Diese könne sich bei Verbraucherinnen und Verbrauchern durch Luft in den Wasserleitungen zeigen.

Braunfärbung des Wassers möglich – Verzehr aber unbedenklich

Es könne außerdem aufgrund von veränderten Fließrichtungen aufgrund von Spülungen und Umschaltungen im gesamten Wasserversorgungsgebiet Euskirchen-Swisttal (WES) zu einer Braunfärbung des Wassers kommen, so Ilona Schäfer. Diese entstehe durch gelöste Eisenoxidablagerungen. „Diese Braunfärbung ist gesundheitlich unbedenklich und stellt keine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität dar.“

Das Wasser könne weiterhin verzehrt werden. In vielen Fälle helfe es schon, das Wasser kurz ablaufen zu lassen, bis es wieder klar sei. Dennoch: Verbraucherinnen und Verbraucher sind weiter angehalten, „sparsam mit Wasser umzugehen, damit auch bei geringerem Druck die Versorgung sichergestellt ist.“


Am Morgen hatten viel Kundinnen und Kunden versucht, die Notfall-Hotline von e-regio zu erreichen, nachdem kein Wasser aus den Leitungen gekommen war. Weil sie dort niemanden erreicht hatten, wählren viele die Notrufnummer. Die Einsatzkräfte betonten deshalb, dass die 110 und 112 auschließlich für tatsächliche Notsituationen genutzt werden sollten.