Neben Profis wie Gary Anderson und Ricardo Pietreczko standen beim Champs of Darts auch Hobbyspieler aus der Region auf der Bühne.
Champs of DartsTroisdorfer Stadthalle auf dem Weg zum „Agger Pally“

Die Darts-Profis Gary Anderson und Ricardo Pietreczk mit Hobbyspielern: Marco Zeuner aus Waldbröl und Mike De Witt aus Troisdorf
Copyright: Olaf Pohl
„Ally Pally“ ist der liebevolle Spitzname für den Alexandra Palace in Nord-London, der heute vor allem als legendäre Kulisse für die Weltmeisterschaft der Professional Darts Corporation (PDC) bekannt ist. In Anlehnung dessen ist die Troisdorfer Stadthalle auf dem besten Weg, sich den Spitznamen „Agger Pally“ zu verdienen. Beim jüngsten „Champs of Darts“-Abend drängten sich 545 Zuschauer in den Saal, WM-Legende Gary Anderson, Max Hopp, Ricardo „Pikachu“ Pietreczko und Kai Gotthardt sorgten für ein ausverkauftes Haus.
Veranstaltung in Troisdorf war restlos ausverkauft
Schon vor dem ersten Pfeil herrschte Hochbetrieb im ersten Stock der Stadthalle. In gleich drei Meet-&-Greet-Blöcken stellten sich die Profis den Fans. „Mit drei Gruppen und jeweils 40 Personen hatten wir eine Rekordteilnahme“, berichtete Organisator Wolfgang Pütz. Die Nachfrage sei riesig gewesen: „Ich hätte locker 500 Tickets allein für dieses Treffen mit Fotos und Autogrammen verkaufen können.“

In der Troisdorfer Stadthalle herrschte ausgelassene Stimmung.
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Auch im Saal meldete das Orga-Team: „Mit exakt 545 verkauften Tickets ist die Veranstaltung restlos ausverkauft“, freute sich Joana Neumann. Zahlreiche Gesichter kamen Pütz bekannt vor. „Es sind viele Wiederholungstäter dabei“, stellte der Troisdorfer fest. „Die Zuschauer kommen wieder, weil sie darauf vertrauen, dass sie eine gute Show bekommen. Und die Stars kommen, weil wir uns in der Szene einen Namen gemacht haben – selbst jemand wie Gary Anderson, der sonst nicht mehr jede Exhibition mitnimmt.“
Die Zuschauer kommen wieder, weil sie darauf vertrauen, dass sie eine gute Show bekommen.
Auf der Bühne gehörte die erste Session zunächst den Profis. Anderson, Hopp, Pietreczko und Gotthardt sorgten mit hohen Aufnahmen und flotten Sprüchen schnell für WM-Gefühl an der Agger. Besonders ernst nahm es Ricardo Pietreczko. Bereits im Einstiegsinterview mit Moderator Lukas Wachten kündigte der 31-Jährige an, er wolle den Abend gewinnen und nehme „jedes Match ernst, auch wenn der Spaß im Vordergrund steht“. Am Ende hielt „Pikachu“ Wort und sicherte sich den Troisdorfer „Champs of Darts“-Titel.
Hobbyspieler aus der Region spielten an der Seite von namenhaften Profis
Im zweiten Teil des Abends rückten die Lokalmatadoren ins Rampenlicht. Vier Hobbyspieler durften an der Seite der Profis im Doppel antreten. Einer von ihnen: Mike De Witte, Betreiber der Troisdorfer Musikkneipe „Jukebox“. Er stand mit Gary Anderson am Oche, auf der Gegenseite warf Ricardo Pietreczko mit Marco Zeuner aus Waldbröl die Pfeile.

„Maximiser“ Max Hopp vor der jubelnden Stadthalle.
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Jede gelungene Aufnahme der Amateure wurde zusätzlich mit Applaus bedacht. Am Ende stand zwar der Spaß im Vordergrund, doch die Botschaft des Abends ging darüber hinaus. Pütz und sein Team haben Troisdorf erneut auf die Darts-Landkarte gesetzt – mit viel Detailarbeit, verlässlicher Organisation und einem feinen Gespür für Show. „Wir möchten jetzt den Doppel-Weltmeister Luke Littler präsentieren“, verriet Pütz zum Abschluss. Man arbeite daran, ebenso an einem Auftritt von WM-Finalist Gian van Veen. „Noch haben wir keine Zusage.“ Sollte der Coup gelingen, dürfte sich der Spitzname „Agger Pally“ endgültig etablieren.
Interview mit Mike De Witte: Der Troisdorfer stand mit Darts-Profis auf der Bühne
Ein Troisdorfer Gastronom mitten zwischen internationalen Spitzenspielern: Beim Darts-Spektakel in der Troisdorfer Stadthalle stand Mike De Witte, Betreiber der Musikkneipe „Jukebox“, plötzlich selbst mit Doppel-Weltmeister Gary Anderson & Co. auf der Bühne. Im Gespräch mit Olaf Pohl erzählt er, wie sich dieser Abend aus seiner Sicht angefühlt hat.
Herr De Witte, wie groß war die Nervosität vorher?
Die Aufregung hielt sich bei mir überraschend in Grenzen. Für mich war es einfach eine große Ehre, überhaupt mit den Profis auf der Bühne zu stehen. Egal, wie man am Ende spielt – allein diese Erfahrung bedeutet schon, dass man gewonnen hat.

Stand selbst auf der Bühne: Mike De Witte, Betreiber der Troisdorfer Kneipe „Jukebox“.
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Wie haben Sie den Walk-on erlebt – den Moment, in dem Sie durch die Menge Richtung Bühne gegangen sind?
Der Walk-on war wirklich lustig. Ich habe mich ein bisschen wie ein Star gefühlt – hunderte Augenpaare auf mich gerichtet. Menschen, die abklatschen wollten, mich angefeuert und mir viel Glück gewünscht haben. Das war ein unglaubliches Gefühl, das man so schnell nicht vergisst.
Und wie zufrieden sind Sie mit Ihrem eigenen Auftritt am Board?
Mit meinem eigenen Spiel war ich insgesamt zufrieden. Es hätte schlechter, aber natürlich auch besser laufen können. Ein paar schöne Triple-20-Aufnahmen waren aber auf jeden Fall dabei. Gary Anderson meinte sogar, er hätte Glück, mich als Doppelpartner zu haben. Das hat mich sofort beruhigt.
Welche Reaktionen haben Sie aus Ihrer „Jukebox“-Community bekommen?
Viele meiner Spieler aus der Jukebox haben mich angesprochen, gefragt, wie es mir geht, und mir gesagt, dass ich den Moment genießen soll. Nach dem Auftritt hatte ich ungefähr 50 Fotos und 15 Videos auf dem Handy – die Halle war voller Leute, die mich kannten. Das ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass man in der Dart-Szene immer bekannter wird. Und das tut natürlich auch der Jukebox gut.
Also ein rundum gelungener Abend?
Ja. Mein Dank geht an Organisator Wolfgang Pütz. Er schafft es jedes Mal, dass man den Stars so nah sein kann wie sonst nie. Ein wirklich großartiges Event – ohne ihn wäre so ein Abend in Troisdorf nicht möglich.

